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Monatsarchiv: April 2009

Pro Reli hat gewonnen…

26 Sonntag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Christen, Gott, Katholiken, Katholizismus, Kirche, Politics, Pro Reli, Religion

Ich fand es ja schon immer interessant, wie sich Leute in der politischen Öffentlichkeit ihre Realität in der öffentlichen Darstellung zurechtlügen. Da fährt man eine glasklare Niederlage ein und verkauft das als einen Erfolg. Vermutlich hat diese hohe Kunst die FDP erfunden, aber mittlerweile gehört sie anscheinend zum guten politischen Ton, wer weiß. Gerhard Schröder hatte bisher den coolsten Auftritt in dieser Sache, da kommt so schnell niemand dran (klick / klick).

Und jetzt lese ich, ganz flüchtig, bei SpOn über die klare Niederlage der Pro-Reli Leute in Berlin, die die Religion als Pflichtfach einführen wollten. Da wird dann rumgedruckst:

Der Initiator von “Pro Reli” Christoph Lehmann räumte am Abend die Niederlage ein. “Wir haben offenbar das Quorum nicht erreicht.” Aber es sei schon ein Erfolg seiner Kampagne, die breite Debatte ausgelöst zu haben, sagte er SPIEGEL ONLINE. Seine Initiative habe gezeigt: “Berlin ist keine atheistische Stadt”, sagte er.

Die geringe Beteiligung erklärte Lehman gegenüber SPIEGEL ONLINE damit, dass “der Abstimmungsgegenstand komplex” sei: Es sei “um eine schwierige Frage von Toleranz und Zusammenleben” gegangen.

Weiß man um diesen Umstand, dass man mittlerweile sich faktenresistent geben muss sich irgend etwas zurechtlügen muss, um mit fehlendem  Rückgrat  eine Niederlage nicht eingestehen zu müssen sich am nächsten Morgen noch im Spiegel zu erkennen, dann geht einem so etwas runter wie Öl. Naja, fast. Im Prinzip haben die Reli-Leute (auch) gewonnen: Es wird in Berliner Schulen überhaupt nichts vorgeschrieben, sondern jeder kann frei wählen, ob er Religionsunterricht haben möchte oder nicht. Ethik ist ohne Religion möglich, aber Religion bedingt nicht unbedingt Ethik. Damit sind nicht nur alle gut bedient, sondern schließt selbstverständlich auch die Reli-Leute nicht aus.

Insofern können die Reli-Leute wirklich froh sein über den Wahlausgang.

Man merkt, diese verschrobene Argumentation geht auch in die andere Richtung. Irgendwie beruhigend, nicht?

Musik, bitte (V)

23 Donnerstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Internet, Klamauk, Musik

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Schlagwörter

basta, fussball, Klamauk, music, spielerfrauen

Ich hab ja mit Fußball nix am Hut, ich verwechsle Abseits immer mit Abpfiff. Oder Anstoß mit Abstoß. Irgendwie nicht meine Welt. Daher find ich es echt gut, dass ich das hier sofort verstanden habe:

…und die Welt hat geschwiegen…

22 Mittwoch Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Antisemitismus Antijudaismus

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Schlagwörter

Antisemitismus, Durban II, Elie Wiesel, Genf, Holocaust, Holocaustleugner, Iran, Politics, Shoa

Hier wird man nicht oft schon einmal durchgekautes von woanders finden – wieso sollte ich nachplappern, und wieder und wieder besprechen, was woanders besser und zeitlich schneller steht? Dafür gibts ja den LinkShot. Aber eine Präzisierung liegt mir auf der Zunge…

Lizas Welt berichet von den diversen Begleitumständen des antisemitischen Auftritts Ahmadinedschads in Genf. Darunter: Einer seiner Kettenhunde beschimpft Elie Wiesel als Zio-Nazi. Das tut weh.

Elie Wiesel überlebte Auschwitz und Buchenwald. Der Rest seiner Familie hat nur noch ein Grab in den Lüften. 1956 veröffentlichte er in einem jiddischen Verlag in Buenos Aires seine Erfahrungen in einer kleinen Auflage unter dem Titel “Un di Velt hot geshvign”.  Lange Zeit wehrte er sich gegen eine Übersetzung, weil er zurecht befürchtete, dass das Buch für Menschen ohne detaillierte Kenntnisse der jüdischen Kultur unverständlich bleiben wird. Übersetzungen in Französisch und Englisch folgten mit starken Kürzungen und Änderungen. Mittlerweile kann man die Trilogie – Nacht, Morgendämmerung und Tag – auf deutsch lesen: Die Nacht zu begraben, Elischa.

Wenn man diese Attacken gegen ihn hört und sieht und bedenkt, dass der klerikalfaschistische Iran nach der Möglichkeit eines 2.Holocausts strebt, bleibt einem jeglicher Differenzierungsreflex im Halse stecken. Es gibt Situationen und Positionen, bei denen man sich entscheiden muss, auf welcher Seite man steht. Oder, wie es Gremliza konkreter formuliert hatte:

Die Linke müsste begreifen, dass sie eine Lösung dieses Konfliktes [Israel/Palästina] weder befördern noch behindern kann und all ihr Parteiergreifen nichts besserem dient als der eigenen Menschwerdung; dass es eine unschuldige Haltung von Bürgern des deutschen Staates zu Israel nicht gibt, auch nicht von linken. Wir sind Deutsch und als noch so widerborstige Mitglieder dieses nationalen Kollektivs auch materielle Nutznießer des deutschen Imperialismus, des aktuellen wie des gestrigen, auf dem der heutige blüht, späte und unfreiwillige, aber unvermeidlich Nutznießer auch der Zwangsarbeit, der Arisierung, der Vernichtung durch Arbeit. Und als Mitglieder des Unterkollektivs deutsche Linke jene Versager, oder freundlicher gesagt, jene Ohnmächtigen, die auf die Politik dieses Landes nicht den geringsten Einfluss hatten, haben oder in naher Zukunft haben werden und deshalb den gestrigen, heutigen und morgigen Opfern dieser Politik behutsam begegnen sollten, insbesondere dann, wenn die von heute und morgen schon wieder die von gestern werden könnten.

Katholiken & andere Missverständnisse

21 Dienstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Christen, Ethik, Ethikunterricht, Gott, Katholiken, Kirche, Politics, Vatikan, ZdK

Heute gehts richtig rund im Blätterwald:

In einem Essay für die FAZ stellt sich Robert Spaemann gegen eine Broschüre des ZdK, in der sie sich gegen die Judenmission aussprechen. Ein paar intellektuelle Verrenkungen weiter steht fest: Die Katholiken würden ihre Identität verlieren, würden sie mit diesem alten Brauch brechen. Ehrlich ist er ja wenigstens. (Update: Hier gibt es eine ausführlichere Kritik zu Spaemann)

In Berlin wettern die Katholiken gegen den Ethikunterricht und formulieren es positiv: Für Religionsunterricht. Hier die Meldung auf SpOn, interessanter ein Essay im tagesspiegel.

In der NZZ findet sich ein kleiner Beitrag über den Rückfall zur orthodoxen Kirche nach dem Zusammenbruch der UdSSR.

In Frankreich werden nun Diplome aus der Vatikanuniversität anerkannt. Kritik gibts von den Hochschulrektoren, Laizismus sehe anders aus.

Musik, bitte (IV)

19 Sonntag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Geschichtliches, Musik

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Schlagwörter

hirsh glik, Holocaust, israel, jiddisch, Juden, music, resistance, Shoa, vilne, widerstand, wilna

זאָג ניט קײנמאָל

Das ist das jiddische Lied Zog nit keynmol az du gayst dem lezten veg:

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Ratzinger schuldig?

18 Samstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Aids, Katholizismus, Kirche, Ratzinger, Reality-TV

Der Tagesspiegel meldet, dass Ratzinger in einer Reality-Show des niederländischen Fernsehens für schuldig am Tod von Millionen Aidskranker befunden wurde. Abgesehen davon, dass man bei diesem Ausbund von Dummheit den Bock zum Gärtner macht, sind Kondome nicht nur eine gute Wahl gegen Aids, sondern können auch bei Tripper, Syphilis und Schwangerschaften hilfreich sein, was sich ja mitunter als ebenso verhängnisvoll herausstellen könnte. Bei Gelegenheit sollte man das Ratzinger mal erzählen.

Gott vs. Die Welt

18 Samstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Bolles Welt, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Agnostik, Atheismus, Christen, Gott, Katholiken, Katholizismus, Kirche, Life, Politics

Vorneweg: Ich mag es nicht, Menschen in bestimmte Schubladen hineinzustecken. Daher stöhne ich auch innerlich, wenn ich gefragt werde, ob ich Atheist oder Agnostiker sei. Reicht es nicht, dass ich keinen Gott habe? Ist damit nicht schon alles gesagt?

Ich habe keinen Gott: Das heißt nicht, dass andere einen haben könnten. Sei es, dass sie auf ein höheres Wesen abfahren, sei es, dass sich ihre Welt nur ums Eine dreht – was immer das im einzelnen sein mag -, sei es, dass sie sich einer “Idee”, einer “Ideologie”, einer “Sache” voll und ganz verschrieben haben, sodass dies an die frei gewordene Stelle des höheren Wesens getreten ist. Ich glaube auch an ziemlich viel Unsinn, zum Beispiel, dass StarTrek eine positive Zukunftsutopie antizipiert, obwohl das auch bloß eine geBorgte Identität ist. In ähnlicher Größenklasse ungefähr rangiert meinem Empfinden nach auch der Glaube an einen Gott.

Ich werde niemandem meine Sicht aufzwängen: Mein Gott ist kein fundamental-intoleranter Atheismus, oder was auch immer. Ich habe keine fixe Idee, die unter allen Umständen unter die Leute gebracht werden muss. Bist Du glücklich mit Deinem Gott: Ich freue mich für Dich.

Es gibt da jedoch etwas, das mich stört. Religion, Glaube und Gläubigkeit, das sind private Angelegenheiten. In der öffentlichen Diskussion haben Glaube, Religion, Kirche und alles, was damit zu tun hat, soviel zu suchen wie andere privaten Angelegenheiten: Als Randnotiz in den Boulevardspalten der Presse.
Nun bin ich nicht so blauäugig, wie sich das anhört. Menschen, die von einer fixen Idee überzeugt sind, werden immer ein besonderes Augenmerk darauf legen, ihre Meinung unter die Menschen zu bringen, und so schreiben Bistümer Pressemitteilungen, mischen sich Bischöfe höchst qualifiziert in öffentliche Debatten ein, verteilen Kirchengemeinden Werbemüll in die Briefkästen.

Und sie scheinen allen Grund dazu zu haben: Ihre Schäfchen laufen ihnen weg. Profan ausgedrückt bedeutet das: Die Kirchensteuer bricht weg und die gesellschaftliche Relevanz der Kirchen steht zur Disposition.

Dieser Umstand lässt die kuriosesten Blüten treiben. Im Wettstreit um die öffentliche Aufmerksamkeit tritt sehr oft eine Weltfremdheit der Kirchenvertreter zu Tage, eine mittelalterliche Moralvorstellung, eine Sehnsucht nach einem status quo ante. Kurz: Die Vorstellungen offizieller Kirchenvertreter oder von fundamentalistischen Laien haben selten etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Dass solche kruden Vorstellungen selten zur Erhöhung des Sexappeals der propagierten Position beiträgt, sondern allenfalls als ruppiger Annäherungsversuch, ist wohl den wenigsten bewußt.

Was meine ich damit? Hier einige Beispiele:

Eine Lehrerin leugnet die Existenz des Weihnachtsmannes und wird gefeuert. (klick)

Wie entstehen Religionen? Nachdem ich das hier las, kam mir das Erklärungsangebot aus “Das Leben des Brian” garnicht mehr so abwegig vor: Cargo-Kulte in der Karibik. (klick)

Einige christliche Knallköpfe wollen den Prozess gegen Jesus wegen “Verfahrensfehlern” neu aufrollen und hätten gerne dafür den Botschafter Israels und Italiens vor Gericht geladen. (klick)

Ein 21jähriger Fundamentalist schwört auf ein Leben ohne Sex vor der Ehe. Verquer genug, möchte er dies auch noch politisch propagieren. (klick)

Die Welt existiert erst seit 6000 Jahren, Urknall und Evolution gab es nicht, Darwin war bloß ein Schlitzohr: Die bekannte Position der so genannten Kreationisten. Mittlerweile kann man sich diese Überzeugung diplomieren lassen. (klick)

Wer an Gott glaubt, kann auch gleich an Außerirdische glauben. Sagt der Chefastrologe des Vatikans. (klick)

In Island ist es Brauch, Strassen und andere landschaftlichen Eingriffe auf die Bedürfnisse und Belange übernatürlicher Wesen abzustimmen. Dafür gibt es eine Elfenbeauftragte. (klick)

Sind die Beispiele oben noch eher zum Lachen, so gibt es doch auch gefährliche Komponenten im heutigen Christentum, allem voran ein latenter Antijudaismus.

Angesichts dieser Blüten finde ich ein wenig Aufklärung nicht schlecht. Aber ich habe auch Kritik an den Vorzeigeatheisten dieser Welt. Zum einen gibt es eine gefährliche Schnittstelle zu reaktionärem Gedankengut – wenn man das im Hinblick auf Katholizismus & Co. zuerst auch nicht glauben mag. Zum anderen kann eine atheistische Position selbst unglaubwürdig werden, gebiert sie sich intolerant oder selbst fundamentalistisch. Bei Classless gibt es zu dem Atheistenfrontschwein Dawkins eine ausführliche Analyse (Teil 1 & Teil 2).

Ich werde nicht versuchen, auch nur einen verbohrten Christen zu missionieren. Ich werde mich auch nicht mit irgend jemanden über Existenz oder Nichtexistenz seiner Götter streiten. Diese oder jene Position ist irrelevant, gehört sie doch ebenso wie das Lieblingsgericht oder das Haustier in den Bereich des Privaten. Solange aber die Überzeugtesten einen intellektuellen Exhibitionismus hinlegen, werde ich die PR-Versuche, die absichtlichen und die unabsichtlichen, die mir unterkommen, hier dokumentieren.

Gedanken zur (Pop)Musik

18 Samstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Bolles Welt, Musik, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

Ästhetik, Klassik, Life, music, Pop, Punk, Wizo

Popsongs und mit ihnen Popkultur gehören dem Reich des Flüchtigen an, diese Musik lebt für den Augenblick, sie ist sein Ausdruck, die Takte pulsieren wie ein Pulsschlag – Mode folgt auf Mode, und nach einem Kosten, nach einem Atemzug verfliegen ihre Melodien mit der Leichtigkeit, der sie entsprungen sind. Popsongs sind selten mehr als eine Momentaufnahme, mehr als ihren Inhalt transportieren sie durch ihre Form die Vergänglichkeit. Sie haben erst gar nicht den Anspruch auf Wiederkehr, auf Ewigkeit, sie sind dem Hier und Jetzt zugewandt, sie verbrennen sich selbst im Zeitgeist, sie haben ihren Anteil an der Gegenwart und erheben keinen Anspruch auf die Zukunft, sie wecken Bedürfnisse und werden konsumiert, sie sind Waren einer Industrie, die sie unentwegt ausspuckt und den Lidschlag des Augenblicks in ihre Dienste stellt. Durch ihrer Hinwendung auf das Gegenwärtige, ihre Möglichkeit, Gefühle, Eindrücke und Empfindungen mit Druck auf die Play-Taste hervorzurufen, sind sie in erster Linie ein Symbol für das dem Leben zugewandte Bewusstsein, welches sich dem Moment hingibt und in ihm aufzugehen wünscht. Unabhängig davon, ob die Lieder angenehme oder unangenehme Gefühle transportieren, sind sie Ausdruck von Lebensfreude.

Mit Liedern ist es immer so eine Sache: Sie transportieren Gefühle durch die Zeit, indem sie in einem gewissen Moment, in einer gewissen Situation die Gefühlswelt aufsaugen und mit einem Drücken der Play-Taste wieder abgeben. Lieder werden mit Gefühlen codiert, es entsteht eine Wechselwirkung zwischen der Gefühlswelt und dem Song; die Lieder werden mit den Gefühlen beschrieben, die sie fortan mehr oder weniger hartnäckig kennzeichnen. Besonders auffällig wird dies bei den starken Emotionen, nicht bei den nervigen Werbejingles, die im Supermarkt neben den Werbebotschaften aus dem Lautsprecher um die Aufmerksamkeit des Menschen buhlen. Aber auch hier führt Wiederholung zu einer Codierung.

Besonders heikel wird es dann, wenn es um die Zusammensetzung verschiedener Lieder und damit eines individuellen Gefühlsteppich geht. Hier kann ohne Brüche auf der einen Ebene harter Rock neben Klassik stehen, neben Punkrock ein Schlager. Diese Kompositionsmöglichkeiten machen es erst so schwierig, verschiedene Lieder nebeneinander zu stellen; wer Lieder nach Genres einteilt und zusammenstellt verkennt diese individuelle Codierung von Liedern. Genau das aber macht es auch unmöglich, vernünftig Lieder zusammenzustellen, wenn sie nicht für einen selbst gedacht sind.

Oftmals ist eine Codierung im Lied schon abzusehen oder vorgezeichnet: Es gibt Stimmungslieder, es gibt Volks-Lieder, es gibt Liebeslieder. Es gibt langsame Stücke, es gibt tanzbare Stücke, es gibt Stücke für ältere Menschen und es gibt den Jugendpop. Aber ausnahmslos alle Lieder, die mit persönlichen Gefühlen beschrieben werden, enthalten eine individuelle Bedeutung, eine individuelle Färbung abseits vom Tradierten. Und deshalb muss jedes Lied, das codiert wurde, interpretiert werden, da ansonsten die individuelle Färbung nicht erklärt werden kann.

So ungefähr jedenfalls verstehe ich die Funktion von Liedern. Diese Gedanken sind noch in Arbeit. Sie kommen mir, wer hätte es gedacht, bei Liedern, die eine ganz bestimmte Saite schwingen lassen.

Musik, bitte (III)

07 Dienstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Bolles Welt, Musik

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Schlagwörter

Janis Joplin, Jennifer Espinoza, Life, music, Piece of my Heart

Ich liebe Frauenstimmen: Ob röhrig, ob zart, dann mal kratzend, dann wieder samtweich oder scharf und klar wie Glas, kurz, ich mag sie einfach. Mittlerweile habe ich hier eine beträchtliche Sammlung angelegt mit schönen Stimmchen, und von Zeit zu Zeit mache ich mich auf die Suche nach weniger bekannten Interpretationen berühmter Songs. Dieses Mal habe ich etwas ausgegraben, von dem weiß ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll.

Ich mag Janis Joplin wegen ihrer kratzbürstigen Art, ihrer Neigung, den Ton gegen Ende abzuwürgen und der folgenden Note anzunähern, die jedoch ebenso kratzbürstig heraus kommt. Das ist faszinierend. Hier ist so ein typischer  Livemitschnitt von ihr.

Jennifer Espinoza kann man nicht gerade kratzbürstig nennen, wenn sie auch beträchtliche Anstrengungen unternimmt und damit dem Lied ihre ganz eigene Note verleiht. Diese 14jährige Röhre gibt sich auch mächtig Mühe, Joplins Stil nachzubauen, wenngleich ihr das zum Glück nicht so recht gelingt. Sie spielt da übrigens mit der ehemaligen Band von Janis Joplin. Eigentlich recht nett – und wieder was gelernt: Um Joplin-Lieder zu singen, muss man nicht unbedingt eine alkoholzerkratzte Stimme besitzen.

Absage an Judenmission?

02 Donnerstag Apr 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Antisemitismus Antijudaismus, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Christen, Juden, Judenmission, Katholiken, Kirche, ZdK

Weil Gottes Bund Israel bereits das Heil erschlossen hat, braucht die Kirche nicht um das Heil Israels besorgt zu sein, die Juden nicht zum christlichen Glauben zu bekehren und sie nicht um ihres Heiles willen zur Taufe zu veranlassen.

(Klick)

Wird man aus diesem Satz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken irgendwie schlauer? Welches Heil wurde denn da erschlossen? Weshalb sollten sich die Katholiken um jemand anderen sorgen als um sich selbst?

Er zeigt mal wieder, dass es verdammt schwer ist, theologisch irgend etwas eindeutig und allgemeingültiges festzustellen, fast unmöglich wird es, wenns um die Beziehung zwischen Christen und Juden geht. Man kann aber nicht behaupten, sie würden sich mit ihren Verrenkungen keine Mühe geben.

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2012, Avatar & Co: Arbeit unterm Spätkapitalismus

Der 9.11.1969 und die Linke

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