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Monatsarchiv: Juli 2009

Hjaldinger-Saga II: Sturm. Buchbesprechung

23 Donnerstag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Angespielt, Bolles Welt, Pop & Ästhetik, Rezensiert & Besprochen

≈ 8 Kommentare

Schlagwörter

Daniela Knor, Das Schwarze Auge, DSA, Hennen, Hjaldinger, Hjaldinger-Saga, Hobby, Life, Rezension, Rollenspiel, RPG, Sturm, Wieser, Witzko

Das Schwarze Auge (DSA) ist ein Hobby von mir, dass ich seit etlichen Jahren verfolge. Music was my first love sang John Miles – so geht`s mir auch mit DSA: Ich habe viele andere P&P-Rollenspiele ausprobiert, verschiedene Gruppen mir angesehen, aber DSA hat für mich einfach ein unvergleichliches Flair.

P&P Rollenspiele: Pen & Paper – man spielt es an einem Spieltisch mit realen Menschen ohne einen Computer. Ein Charakterblatt mit vielen Zahlen drückt deinen Helden, den du spielst, in all seinen Eigenschaften und Fähigkeiten aus, mit einem Bleistift kritzelst du Aktualisierungen in die kleinen Kästchen. Daher Pen & Paper.

Am Montag hielt ich endlich den lange angekündigten zweiten Band von Daniala Knors Trilogie der Hjaldinger-Saga: Sturm in meinen Händen. Seit zwei Tagen habe ich  das Buch nun durchgelesen – und grübelte, ob ich überhaupt etwas dazu  schreiben sollte. Ich bin hin und hergerissen zwischen Enttäuschung, ein wenig Wut und Traurigkeit.

Die Hjaldinger-Saga ist ein Fantasy-Roman aus der DSA-Welt. Es ist Spartenprogramm, interessant für wenige tausend Freaks in ganz Deutschland, entsprechend sind die Absatzzahlen. Fantasy ist in Deutschland nicht wirklich der Renner, schon eher Science-Fiction, aber auch dort hält sich die Begeisterung in engen Grenzen.

Worum geht es in der Trilogie? Die berühmte Jurga-Saga, die davon berichtet, wie die  Vorfahren der Thorwaler über das Meer der sieben Winde aus Hjaldingard nach Aventurien vor den verfluchten Canterern flohen, hat jeder thorwalsche Skalde in seinem Repertoire. Daniela Knor machte es sich zur Aufgabe, diesen Teil thorwalscher Geschichte nachzuerzählen: Die Hjaldinger-Saga berichtet von dem Überlebenskampf der Hjaldinger gegen den Ansturm des riesigen Imperiums und wie es Jurga gelang, die Hjaldinger von ihrer wahnwitzigen Idee, übers Immermeer gen Osten zu segeln, überzeugte. Die stolzen Hünen in ihren Drachenbooten haben zunächst noch anderes im Sinn, als feige vor den Imperja zu fliehen und so wappnet man sich erst einmal zum ungleichen Kampf.

Das Schwarze Auge wurde 1984 von Ulrich Kiesow aus der Taufe gehoben, inspiriert vom amerikanischen Dungeons & Dragons (D&D). Eine dichte Spielwelt mit detailliert beschriebenen Regionen tummelt sich auf dem Kontinent Aventurien, in dem die Abenteuer stattfinden. Hier finden sich Orks, Elfen, Novadis, die Thorwaler und Nivesen, es zaubern Magier, Hexen, Kobolde und Drachen, während die stolzen Krieger, Söldner und Amazonen mit blankem Stahl ihren Gegnern nachsetzen. Man schlüpft in eine solche Rolle und steuert seinen Charakter durch die verschiedensten Abenteuer, die der Spielleiter der Gruppe präsentiert.

Der erste Teil der Trilogie, Glut, erschien schon vor Jahren. Detailliert skizzierte Daniela Knor hier die Kultur der Hjaldinger, von der einiges zwar nach über zweitausend Jahren noch den Thorwalern zu Eigen ist, aber eben nicht alles. Historische Romane in einer Fantasywelt sind eine reizvolle Angelegenheit für die eingefleischten Fans: In unzähligen Romanen wird die Spielwelt plastisch, greifbar und lebendig, sie verleihen der Spielwelt eine Tiefe, die die Phantasie am Spieltisch beflügelt. Man kennt auch die letzten Geheimnisse im tiefen Dschungel, weiß von den ungeheuren Schätzen so mancher Expedition und den Motiven der größten Schurken. Aber wie es vor hundert, vielleicht tausend Jahren ausgesehen haben mag – dafür braucht man solche Spezialisten wie Daniela Knor, die der Welt auch in der zeitlichen Dimension eine Tiefe verleihen.

DSA spielt man folgendermaßen: Ein Spielleiter gibt den Rahmen, den die Spieler ausfüllen. Die Spieler spielen miteinander, nicht gegeneinander. Man schlüpft in die Rolle eines Helden, führt seinen Charakter durch die Abenteuer und durch dessen Leben. Durch die zahlreichen Geschichten und Geschichtchen entwickelt sich der Held: Ein Magier wird besser zaubern können, ein Krieger sein Schwert zielsicherer führen, ein Elf seinen Bogen meistern. Jeder Held hat seine eigene Motivation, die er in die Gruppe mit hineinbringt, entsprechend bunt und vielfältig wird diese Gruppe. Man überlegt sich einen Hintergrund für seinen Charakter und erzählt diesen an passenden Stellen – zum Beispiel, wenn die Gruppe nach einem anstrengendem Marsch abends  am Lagerfeuer das wohlverdiente, aber kärgliche Mahl genießt – und interagiert dann mit seinen Mitspielern. Da kann schon mal ein  Krieger über Ehre und Heldenmut mit einem spitzbübischen Streuner  philosophieren, eine Hexe mit einem Magier wegen ihren unterschiedlichen Vorstellungen von Magie & Zauberei zusammenrasseln. Aber alle eint das gemeinsame Ziel: Die Prinzessin aus den Klauen des Drachen befreien (ein Klischee, das es in DSA nie wirklich gegeben hat), den letzten Wunsch des verstorbenen Müllers erfüllen, damit seine Seele ihre Ruhe findet, einen Schatz zu bergen, der ungeahnte Reichtümer verspricht – oder schlicht den ganzen Kontinent vor dem Untergang retten.

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Die Partei darf nicht mitmachen

20 Montag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Klamauk, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

Ästhetik, Bundestagswahl, Deutschland, Die Partei, Klamauk, Kommunikationsguerilla, Politics, Politik, Satire, Sonneborn, Titanic

Die Partei für Arbeit, Rechtstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (kurz Die PARTEI) darf im September nicht mitmachen. Schade. Der Bundeswahlausschuss hat das am Freitag entschieden. Bei den Wahlen 2005 waren sie mein persönliches Highlight mit Spots wie diesem hier.

Für das Superwahljahr produzierte die Partei “Die Partei” dann einen eigenen Kinotrailer:

Martin Sonneborn, ehemals Chefredakteur der Titanic, mittlerweile bei SpOn unter Vertrag und nebenher eben Bundesvorsitzender der Partei Die Partei, hat bereits angekündigt, gegen die Entscheidung rechtliche Schritte einzulegen. Im Parteijargon hört sich das dann so an:

PARTEI vs. Wahlausschuß

Der Bundeswahlausschuß will Die PARTEI nicht zur Bundestagswahl zulassen! Bundeswahlleiter Roderich Egeler begründete seine Entscheidung am Freitag mit ”mangelnder Ernsthaftigkeit und fehlenden Partei-Strukturen”. Justitiar Tim C. Werner wartet nur auf die schriftliche Begründung, um dagegen vorzugehen: “Ich werde jedes verdammte Rechtsmittel einlegen, das Wahlgesetz, Grundgesetz und Europäische Menschenrechtskonvention hergeben!”

“Das können und werden wir nicht hinnehmen. Wir leben in einer Demokratie, und wir werden am 27. September auf den Wahlzetteln stehen. Zumal diese Wahl vom Faktenmagazin TITANIC selbst ausgerichtet wird! Für den Weg in den Untergrund ist es noch zu früh, bitte alle politischen Tätigkeiten fortsetzen: Jede Unterstützer-Unterschrift ist ein Signal gegen die mangelnde Ernsthaftigkeit von Egelers Entscheidung!”

Martin Sonneborn, Bundesvorsitzender Die PARTEI

Sollten sie partout die Zulassung nicht bekommen, dann gibts immerhin noch die Möglichkeit, den Wahlzettel mit einem Wahlscheinergänzungsaufkleber zu bekleben. Man muss sie einfach lieben.

Update:

Bei telepolis gibts einen guten Überblick über das Spektakel.

Atomare Kommunikationsguerilla

17 Freitag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Internet, Konsumterror

≈ 2 Kommentare

Schlagwörter

AKW, Anti-Atom, Atomkraft, Deutschland, Kernkraftwerk, Krümmel, Politics, Politik, regenerative Energie, telepolis

Ich dachte, ich wäre mit meinem Beitrag zum Thema Krümmel & Co. wie immer etwas spät an, ein wenig verschlafen und mit ziemlich wenig eigenem Content vertreten. Ich glaube, dass lass ich garnicht erst einreißen bei diesem Thema, sondern stelle nur mal eben fest, dass die  Startseite  von Telepolis im Moment ganze sieben Artikel zum Thema (Anti-) Atom und regenerative Energien meldet (und seltsamerweise der Iran-Artikel das Wort “Atom” nur in einem Nebensatz am Ende nennt, den hab ich da dann mal nicht mitgezählt), auf der zweite Seite sind es dann immerhin noch drei Stück.

Und wer jetzt noch einem Geistesblitz folgend seinen Werbefilter ausschaltet, bekommt folgendes zu sehen:

Wie da die Atommafia wohl hineingeraten  ist? Das ist ja schon fast Kommunikationsguerilla von hüben…  aber die nennen sowas dann virales Marketing.

Bei euch Krümmelt’s doch…

14 Dienstag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Geschichtliches, Gesellschaft et cetera

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Schlagwörter

AKW, Anti-Atom, Atomkraft, Deutschland, GAU, Krümmel, Politics, Politik, Prybjat, Tschernobyl, Vattenfall

forsa_april09

Forsa Umfrage April 2009

Unterwegs in der “Zone” von Tschernobyl

Bilder aus Prybjat

Reise des WDR-Teams nach Tschernobyl 2006

Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist…

09 Donnerstag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Geschichtliches, Gesellschaft et cetera, Klamauk

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Schlagwörter

Deutschland, Frauenbild, Geschichte, Geschlechterrollen, Klamauk, Mentalitätsgeschichte

Hier gefunden

Piratenrelativierung

06 Montag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Antisemitismus Antijudaismus, Gesellschaft et cetera, Internet

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Schlagwörter

Antisemitismus, Deutschland, Holocaust, Holocaustleugner, Internet, Piraten, Piratenpartei, Politics, Politik

Die Piratenpartei sind ja in der letzten Zeit zu so etwas wie die Don Quijotes des Internets avanciert. Es war und ist sehr interessant zuzusehen, wie sie die etablierten Parteien zur Zeit aufmischen und nervös machen – nicht unbedingt die Piraten selbst, sondern eher die internetaffine Generation. Ob die Piraten zu einem Sammelbecken werden, muss sich erst noch zeigen, aber ich fühle mich jetzt schon leicht an die Anfänge der Grünen erinnert. Anders jedoch als damals, aber ähnlich der Etablierung der Linkspartei als fünfte parlamentarische Kraft, gibt es so etwas wie Goldgräberstimmung: Teilweise weiß die Partei gar nicht, wen sie sich da in die Reihen holt, oder vielleicht höflicher, sie ist etwas überfordert. Und so wundert es nicht, dass sich dort auch Leute mit manch einer fragwürdigen Position sammeln.

Die Tage überlegte ich noch, ob dieser monokausale Politikansatz, eine Ein-Thema-Partei, wie es die Piratenpartei (zur Zeit) ist, vielleicht die Zukunft der Parteienpolitik sein könnte. Es hat schon eine gewisse Dreistigkeit in der heutigen Zeit, sich genau für ein Thema als Partei zu konstituieren. Wirklich unklug ist es im Falle der Piratenpartei nicht: Bei dem in der Mediengeschichte jüngsten Massenmedium, dem Internet, lassen sich wunderbar die klassischen Fragen seit dem Anfang des  Liberalismus par excellence durchexerzieren: Meinungsfreiheit und Zensur, Informationsfreiheit und Gewaltenteilung. Im Prinzip überholen die Piraten in der Grundsätzlichkeit dieser wertliberalen Positionen die FDP, welche zu einem Klüngel neoliberaler Marktradikalen degeneriert ist. Insofern relativiert sich diese Monokausalität; es kann eigentlich keine grundsätzlicheren Themen geben in einer pluralistischen Demokratie. Ich befürchte jedoch, dass dies den Piraten nicht bewußt ist.

Zurück zum Thema: Chris arbeitet auf F!XMBR schön heraus, wie die Piraten einen Holocaustleugner in Amt und Würden gewählt haben. Man könnte ja nun mit den Achseln zucken und anmerken, dass sich damit lediglich gesellschaftliche Realitäten auch bei den Piraten widerspiegeln. Aber das lass ich mal; das wird dem Thema nicht gerecht und den Piraten auch nicht. Aber es zeigt, dass eine so grundsätzlich wertliberale Ausrichtung einer Partei nicht unbedingt vor historischer Betriebsblindheit schützt.

Piusbrüder auf Kreuzzug

05 Sonntag Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Antisemitismus Antijudaismus, Geschichtliches, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Antisemitismus, Christen, Deutschland, Geschichte, Gott, Holocaustleugner, Katholiken, Katholizismus, Piusbrüder, Piusbruderschaft, Politics, Politik

Ich habe das Zeug jetzt einige Tage hier liegen. Irgendwie bekomme ich es nicht ganz zu fassen. Ich versuche es aber jetzt trotzdem einmal. Ich kanns ja immernoch in einem weiteren Beitrag ergänzen und konkretisieren – das Thema ist eh ständig im Fluß.

Die Piusbrüder haben sich wieder einmal in die Schlagzeilen gebracht. Jetzt sitze ich ja nicht erst seit gestern am Internet und ich frage mich ein wenig, wo das interne Strategiepapier für diese erzkonservative Medienoffensive im Schreibtisch liegt. Aber eigentlich hat ja Ratzinger erst damit angefangen. Seit dem gehts rund im katholischen Bienenstock.

Worum geht’s? Die Piusbrüder in Deutschland haben ein “Mitteilungsblatt”. In der Juliausgabe haben sie einen ziemlich seltsamen Artikel drin, der jedoch nicht weiter auffällt in der Masse der seltsamen Artikel. Erst, als ich auf Spiegel-Online darüber gelesen hatte, habe ich mir das Ding einmal genauer angeschaut.

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Musik, bitte (VIIIa)

01 Mittwoch Jul 2009

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Musik, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

All Ends, Apologize, Ästhetik, Life, music, Musik, Pixie Lott, Pop, Tamar Kaprelian

Entweder ist es Zufall, dass ich über eine weitere Interpretation von Apologize stolpere, oder das Lied hat etwas, was mir nicht wirklich ersichtlich ist. Denn neben diesem Derivat

findet sich relativ schnell noch eine weitere (allerdings eine ein Jahr alte) Apologize-Interpretation von All Ends:

Zwischen der Interpretation von Tamar Kaprelian und der von Pixie Lott liegen Welten. Es ist der Unterschied zwischen melancholischer Zustandsbeschreibung dort und anklagendes Selbstmitleid hier. Während Tamar Kaprelians Interpretation den Schmerz  gegen sich selbst wendet, zielt Pixie Lott auf etwas Äußeres. Ich denke, ich muss demnächst einmal ein paar Takte zu der etwas seltsamen Beziehungsvorstellung in solchen Liedern schreiben. Bei diesen drei Versionen bricht nur Tamar Kaprelian aus dem vorgegebenen Bild aus.

Was mal wichtig war

To play or not to play

Antisemitismus in der Partei Die Linke

Und immer wieder: WIZO

2012, Avatar & Co: Arbeit unterm Spätkapitalismus

Der 9.11.1969 und die Linke

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