Was fällt mir zu den Grünen ein? Bomben auf Belgrad, Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und Hartz IV. Sollte man über sie sonst noch was wissen? Ab heute vielleicht noch dies: Das erste Jamaica-Bündnis auf Landesebene geht an den Start, wenn die Delegierten der Saar-Grünen auf dem Parteitag in Saarlouis der Empfehlung des Landesvorstandes folgen. Muß man dazu noch mehr sagen?
Ja, ich weiß. Es gab und gibt personelle Querelen. Eine Abgeordnete der Grünen lief unlängst zur Linkspartei über. Seit dem sind die Grünen auf die Linke im Allgemeinen und auf Barbara Spaniol im Besonderen nicht mehr wirklich gut zu sprechen. Spätestens. Und Spaniol wurde auch – für die Linke – wieder in den Landtag gewählt. Damit dürfte das wesentliche zu der Entscheidung bereits gesagt sein. Hubert Ulrich, Freunde nennen ihn übrigens nur ‘Panzer’, spricht ja auch von einer pragmatischen Lösung. Will heißen: CDU und FDP bezahlen wohl am meisten. Sex sells und Politics rules. Oder eher umgekehrt?
Ich freue mich schon auf die Kommentare der bundesdeutschen Wendehälse, die vor ein paar Wochen noch Schwarz-Gelb zu verhindern gedachten. Es wird natürlich heißen, die Landesverbände sind autonom undsoweiter. Aber irgendwie ist es doch seltsam, dass diese ehemaligen Spontis und Atomkraftgegner mit dem politischen Gegner plötzlich ins Bett steigen. Eine gemeinsame Basis gabs ja schon, im Saarbrücker Stadtrat gibt es bereits eine schwarzgrüne Koalition. Nun holt man noch die Radikalen der FDP mit ins Boot, und schwups, darf man von “Sachzwängen”, “schwierigen Entscheidungen” reden und ähnlichen Quark verzapfen. Zeig mir mal einen Grünenwähler, der Jamaica wollte. Mit dem würd ich gern mal reden. Bleibt zu hoffen, dass den Saargrünen die Basis um die Ohren fliegt und es in einem Jahr Neuwahlen gibt. Falls beides nicht passiert, reicht es das nächste Mal für Rot-Rot. Und diese Mülltrenner-FDP bleibt dort, wo sie mittlerweile hingehört: In den Stadtrat.