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24 Donnerstag Dez 2009
Veröffentlicht in Klamauk
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20 Sonntag Dez 2009
Veröffentlicht in Musik, Pop & Ästhetik
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Jetzt, da es so kalt ist, sehnt sich vielleicht mancher den Sommer wieder her. Dass der Winter viel ruhiger ist und einem viel weniger auf die Nerven geht – ja, das vergisst man leicht bei der Kälte. Vielleicht eine kleine Erinnerung gefällig?
13 Sonntag Dez 2009
Veröffentlicht in Bolles Welt, Gesellschaft et cetera, Gott vs. Die Welt, Konsumterror
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Es gibt so bestimmte Kleinigkeiten im Leben, die rettet man aus der Kindheit herüber. Meist sind es wirklich kleine Dinge, wie zum Beispiel das Lieblingsessen. Oder es sind bestimmte Rituale. Im hiesigen Kulturkreis gehört Weihnachten zu einem Fest im Jahr, bei dem die Chancen gut stehen, das beides zusammen kommt. Auch wenn man nicht religiös ist, mit Religionen gleichfalls auf Kriegsfuß steht, so braucht man deshalb nicht auf bestimmte Festlichkeiten zu verzichten. Weihnachten ist längst kein religiöses Fest mehr und es war auch nicht immer ein christliches. Aber die Litanei erspare ich mir. Es ist mittlerweile ein soziales und kulturelles Ereignis, das den Ursprung im religiösen Kalenderjahr hat. Aber was, bitte schön, sollte ich gegen ein Weihnachtsfest haben? Vielleicht ist hier nun vieles ähnlich mit der christlichen Vorstellung von der Weihnachtszeit. Mag sein. Man kann aber auch unabhängig von religiösen Animositäten zum gleichen Ergebnis kommen. Etwas wird nicht einfach dadurch falsch, weil die Christen mal was richtiges propagieren. Weihnachten ist ein Fest, das vor allem Kinder in seinen Bann zieht – mich mit eingeschlossen. Jetzt mal ehrlich: Die Familie kann noch so religiös sein, als Kind interessieren dich an Weihnachten doch nur die Geschenke. Der Zauber ist ein erkaufter. Ich finde das in Ordnung, zieht Weihnachten seine Kraft doch eher aus der Vorfreude. Eltern lassen sich mitunter verteufelt viel einfallen, in Kinderaugen, um das ganze theatralisch zu erhöhen: Plätzchenbacken mit Vater und Mutter, jeden Tag einen kleinen Vorgeschmack aufs große Geschenk im Adventskalender. Ein Adventskranz zählt genau genommen einen Countdown und plötzlich steht ein verteufelt großer Baum im Wohnzimmer, der umso heller leuchtet und strahlt, wenn alle anderen Lichter gedimmt wurden. Und darunter: Die Seligkeit auf Erden in Form von Glücksbringern made in Taiwan. Oder China. Ja, es ist ein erkaufter Zauber, und man wenn man ihn einmal als Kind miterlebt hat, ist man als Erwachsener irgendwie angehalten, diese Zeit auch wirklich schön und entspannt zu verbringen. Sei es, dass man sich einen Trip nach New York gönnt, sei es, dass man sich vor den Kamin lümmelt, oder so wie ich bei einer Tasse Kinderglühwein Monkey Island wieder einmal durchspielt. Man spricht da von der so genannten Weihnachtsstimmung. Einzelhändler berichten mir, dass diese Zeit besonders gut dazu geeignet ist, die Kauflust der Leute zu stimulieren. Das könnte aber auch an den Geschenken liegen.
Vor einigen Jahren bin ich dazu übergegangen, mein Fähnlein wenigstens ein stückweit in diesen Konsumwind zu halten. Ich muss nicht jeden Unsinn mitmachen, um in Stimmung zu kommen. So habe ich weder kletternde Weihnachtsmänner an der Hauswand hängen noch blinkende Rentiere im Vorgarten stehen. Geburtstage halte ich für antizipierte Beerdigungen, und bei Halloween weiß ich eigentlich nicht so genau, was das überhaupt soll. Aber Weihnachten? Gebackene Zimtsterne, der Duft von gebratenen Mandeln und warmen Äpfeln, das Knacken von Nüssen und würzigem Buchenholz im Kamin. Das ist schon was schönes, oder? Da habe ich ehrlich gesagt keine Lust, meinen privaten Kreuzzug gegen Konsumterror und was weiß ich zu führen. Mir vergeht kurz darauf sowieso schon der Appetit, wenn die großen Hilfsorganisationen mit ihrer Lustfeindlichkeit das Sylvesterfeuerwerk abblasen wollen. Brot statt Böller. Als ob es da einen Zusammenhang gäbe. Dagegen ist jedes Kinderspielzeug unterm Weihnachtsbaum ein Eklat, das durch Kinderarbeit in der so genannten 3. Welt hergestellt wurde. Davon hört man dann doch recht wenig. Dafür oder dagegen kann man ja auch schlecht spenden. So reihen sich selbst Caritas und Misereor und wie sie alle heißen in den Konsumterror mit ein, auf ihre Art und Weise des Wegsehens oder Aufschreiens.
Einmal wieder weiße Weihnacht: Ich weiß noch ganz genau, wie ich als Kind spätestens ab Ende November über die weißen Hügel und abschüssigen Strassen flog. Mittlerweile kommt der Winter auch immer später. Das Fiebern für weiße Weihnacht wird beinahe ähnlich zelebriert wie das Fiebern auf Weihnachten hin. Mit dem Unterschied, dass Weihnachten auf jeden Fall kommt, ich jedoch nicht mehr weiß, wann es das letzte Mal weiße Weihnacht gab. Doch dieses Jahr hören sich die Wahrsager und Meteorologen optimistisch an: Fifty-Fifty seien die Chancen auf weiße Weihnacht. Na dann.
Weihnachten ist einfach für viele Menschen eine besondere Zeit im Jahr. Für mich irgendwie nun auch. Man kann ja vieles überfrachten und aufblähen, man kann vieles über sein normales Maß hinaus bewerten. Das geht bei Weihnachten natürlich auch. Kinder werden darauf konditioniert, mit den oben beschriebenen Ritualen. Als Erwachsener passiert einem das nicht mehr in der gleichen Art – zum Leidwesen der Konsumpriester. Aber es reicht immer noch für die Geschenke. Das ist ja die Hauptsache. Für mich ist aber etwas anderes viel wichtiger. Die Tage vor und nach Weihnachten sind bestens dazu geeignet, die Zeit anders laufen zu lassen als im Rest des Jahres. Eine Auszeit einlegen, die Gedanken schweifen zu lassen, sich Zeit für Dinge zu nehmen, die im Rest des Jahres viel zu kurz kommen.
Zeit ist das wertvollste, was Menschen besitzen.Viel zu wenig nehmen wir dies wahr. Oft versuchen wir jedoch, dies zu kompensieren, vor allem an Weihnachten. Wir verbringen sehr viel Zeit damit, irgendwelche Geschenke auszusuchen, um unsere Zuneigung mitzuteilen. Allzuoft fallen wir jedoch auf das zurück, was Adorno schon beschrieben hat:
“Der Verfall des Schenkens spiegelt sich in der peinlichen Erfindung der Geschenkartikel, die bereits darauf angelegt sind, dass man nicht weiß, was man schenken soll, weil man es eigentlich gar nicht will. Diese Waren sind beziehungslos wie ihre Käufer.”
Anstatt seine Zeit mit der Auswahl von Geschenkartikeln zu vergeuden, wäre man besser beraten, sie mit denjenigen zu verbringen, denen man sie eigentlich schenken möchte.
Dabei eignet sich Weihnachten vortrefflich, gemeinsam im Freundeskreis zusammen zu sitzen und vielleicht das ein oder andere Gesellschaftsspiel zu spielen. Ich empfehle dafür das Spiel Privacy. Das Spielprinzip ist einfach. Man sitzt in einer mittelgroßen Runde zusammen und beantwortet mehr oder weniger pikante Fragen, indem man ihnen entweder zustimmt oder sie verneint. Dafür wirft man ungesehen von den Mitspielern einen farbigen Stein in einen Beutel. Ist jeder fertig mit diesem Prozedere, versucht man möglichst genau zu schätzen, wie viele der Mitspieler der gestellten Frage zustimmen. Dabei kann erstaunliches herauskommen. Bei Fragen wie “Sind sie für die Todesstrafe?”, “Sind Anwälte, die Sexualverbrecher verteidigen, schlechte Menschen?” oder “Würden sie in der Not einmal einen Obdachlosen bei sich zuhause übernachten lassen?” bemerkt man sehr schnell, ob man mit diesen Leuten überhaupt seine Zeit verbringen möchte.
Das alles sind ungefähr die Gedanken, die mir kommen, wenn ich an Weihnachten denke. Alles in allem ist es für mich eine Zeit, die etwas außerhalb des normalen Jahreslaufs steht. Wenn man den Ablauf jedes Jahr ein wenig modizfiert, wird sie auch nicht so einfach zu einer affirmativen Bestätigung des Treibens im Rest des Jahres. Man kann Weihnachten auch bewußt überfrachten, in die eine oder die andere Richtung, man kann genüsslich mit der Konsumwelle mitschwimmen und mitfiebern, oder die Zeit selbst harsch ablehnen und stur sich gegen alle Einflüsse und Gewohnheiten stemmen. Beides hat seinen Reiz, und keinem ist uneingeschränkt ein Vorzug einzuräumen. Wie bei so vielem gilt: Wenn man sich die Zeit bewußt macht, erlebt sie sie schon gleich ganz anders.
10 Donnerstag Dez 2009
Veröffentlicht in Gesellschaft et cetera, Pop & Ästhetik
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Es wird ja wieder kälter draußen. Und es ist wieder Badesaison. Hallenbad-Badesaison. Ich muss da an einen schönen Text zum Abgewöhnen denken, den Marcus Hammerschmitt letztes Jahr geschrieben hat. Wirklich sehr zu empfehlen.
09 Mittwoch Dez 2009
Veröffentlicht in Angespielt, Gesellschaft et cetera, Konsumterror, Rezensiert & Besprochen
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Also eigentlich sollte man sich nicht über bestellte Werbeartikel in Zeitschriften ärgern. Es ist eine Win-Win Situation für beide Beteiligte, der Konsument darf sich dann bestätigt fühlen, auch wirklich was gutes zu kaufen. Lächerlich wird das ganze, wenn es wie bei telepolis mit pseudointellektueller Schaumschlägerei daher kommt. Aber die lesenswerte Zeit hat dieses Internetmagazin sowieso hinter sich.