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Monatsarchiv: Januar 2010

Januar, siebenundzwanzigster

27 Mittwoch Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Antisemitismus Antijudaismus, Geschichtliches, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

Antisemitismus, Deutschland, Geschichte, Holocaust, Shoa

Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg

15 Freitag Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Erich Mühsam, Gesellschaft et cetera, Lyrik

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Schlagwörter

Ästhetik, Deutschland, Erich Mühsam, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg

Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg
ermordet am 15. Januar 1919

Zieht euch die Kappen tiefer ins Gesicht,
wenn ihr an diesem trüben Wintertage
zur Arbeit schleicht.
Wie, Proletarier? Quälen euch die Sorgen,
ob ihr mit euerm Lohn die Woche reicht
und ob man mit der kargen Tüte nicht
euch die Papiere in die Hände schiebt?
Ihr seid es ja gewöhnt zu sehn,
wie Frau und Kinder hungern, die ihr liebt.
Vielleicht
steht morgen der Betrieb schon still.
Wenn es der Fabrikant so will,
wenn er euch nicht mehr braucht,
weil eurer Arbeitskraft Gewinnst
sich ihm nicht mehr nach Wunsch verzinst,
auch ihr in Frost und Not,
betrogen um der Kinder Brot,
vor Kirchentüren, winselnd um Almosen
und bis zum Knöchel watend in die Pfützen.
Vielleicht
schmeißt irgendwer euch einen Bettel in die Mützen.
Zieht euch die Kappen tiefer ins Gesicht.
An diesem Wintertag sind´s sieben Jahre -
da schlug man euer Hoffen auf die Bahre.
Vergeßt es nicht!
Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg – sie wußten:
Freiheit und Glück wächst nur aus starker Tat!
Sie starben für das Proletariat …
Doch, sollen sie darum gestorben sein
und alle, die nach ihnen sterben mußten -
darum schlöss´Tausende das Zuchthaus ein,
daß, Proletarier, ihr nach sieben Jahren,
dem Wucher mehr als je verknechtet,
als Paria der Republik entrechtet,
hilflose Sklavenscharen
den Mördern eurer Helden dienstbar seid?
Nein! Streift die Kappen hoch aus dem Gesicht!
Laßt Licht,
laßt Hoffnung in den Blick! Faßt Mut!
Schaut vor euch und ergebt euch nicht dem Leid!
Schwört euern Toten, die für euch gefallen,
schwört bei der Besten ungerächtem Blut -
und laßt zum Eid die roten Fahnen wallen:
Die Revolution, sie ist nicht verloren.
Das Elend mahnt uns, uns zu befrei´n.
Die Stunde ist nah – wir haben geschworen – :
Ihr Toten, wir woll´n eure Rächer sein!

Erich Mühsam, Sammlung 1898-1928,  (1928)

Weltjammer

13 Mittwoch Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Erich Mühsam, Lyrik, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

Deutschland, Lyrik, Mühsam, Weltjammer

Wie sie heulen, wie sie flennen,
wie sie sich geschäftig rackern!
Leben heißt den armen Knackern
Jammern und nach Gelde rennen.

Schätze haben, meint der Reiche,
macht nicht glücklich und zufrieden.
Nur die Gründe sind verschieden,
doch die Sorge bleibt die gleiche.

Keine haben, meint der Arme,
schafft erst recht Verdruß und Trauer!
König, Dame, Magd und Bauer -
alles stöhnt, daß Gott erbarme.

Ich nur lache. Gräßlich öde
dünkt mich Welt und Mensch und Leben.
Muß denn alles wimmern, beben? -
Gott ist doch ein Erztragöde! –

Derweil ich erhaben gähne
ob dem Jammern und dem Weinen,
kugelt mir aus meinem einen
Äuglein eine dicke Träne.

Erich Mühsam, Der Krater (1909)

Einmal gut durchsegnen, bitte

12 Dienstag Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Gott vs. Die Welt

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Schlagwörter

Gott, Kirche, Realsatire

Abteilung Realsatire: Briten lassen sich ihre Handys und Laptops segnen. Auf dass sie vom heiligen Geist beseelt werden. Wer hat da noch Angst vor Handystrahlung oder Haltungsschäden?

Camus’ 50. Todestag

04 Montag Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Geschichtliches, Gesellschaft et cetera, Pop & Ästhetik

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Schlagwörter

Albert Camus, Ästhetik, Camus, Life

Heute vor 50 Jahren kam Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben.

Er schreibt in der Hochzeit des Lichts:

Es erstaunt mich immer wieder, wie dürftig unsere Ideen über den Tod sind, da wir doch all unsere anderen Ideen so eifrig hin und her wenden. Der Tod ist entweder gut, oder er ist böse. Man fürchtet ihn oder ruft ihn herbei (wie es heißt). Dies beweist aber auch, daß das Einfache als solches über unser Begreifen geht. Was ist das, was wir ‘blau’ nennen? wie können wir´s denken? Das gleiche gilt für den Tod. Über den Tod und über die Farben können wir nicht reden. Und doch ist dieser Mensch, den ich vor mir sehe, schwer wie die Erde, eine Vorgestalt dessen, was mich erwartet, und mir unendlich wichtig. Aber kann ich ihn ‘denken’? Ich sage mir: ich muß sterben; aber was heißt das? Ich kann’s weder glauben noch an mir erfahren, sondern immer nur an andern. Ich habe Leute sterben sehen, vor allem Hunde. Das Entsetzliche ist: sie zu berühren. Ich denke dann an Blumen, an das Lächeln der Frauen, an Liebe, und begreife, daß meine Todesangst nur die Kehrseite ist meiner Lebensgier. Ich beneide alle, die künftig leben werden und die Wirklichkeit der Blumen und Frauen in Fleisch und Blut erleben. Ich bin neidisch, weil ich das Leben allzusehr und mit schicksalhafter Selbstsucht liebe. Was kümmert mich die Ewigkeit!

Die Zeit hat einen schönen Nachruf auf ihn.

2012, Avatar & Co: Arbeit unterm Spätkapitalismus

03 Sonntag Jan 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Pop & Ästhetik, Rezensiert & Besprochen

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Schlagwörter

2012, Avatar, Ästhetik, Kapitalismus, Kino, Pop

Was haben die Filme 2012 und Avatar gemeinsam? Sie entstammen beide der Hollywood-Filmschmiede, es sind beides angekündigte Blockbuster, sie sind die Speerspitze des technisch Möglichen – sie sind dabei doch nichts anderes als Hollywoodfilme, die sich ständig selbst übertreffen müssen. Somit ist ihnen noch etwas gemein: Sie reihen sich anstandslos ein zu all den anderen Filmen, die eine kurze Zeit Stoff für Hollywoodmärchen gaben, mit gigantischem Werbetetat unterfüttert und in die Welt geballert wurden, als gäbs kein Morgen mehr.

Bei 2012 habe ich mich noch gefragt, wann ich das letzte Mal so schön Hochhäuser habe einstürzen sehen. Bei Avatar fragte ich mich dann, weshalb sich die Menschen einen solch realistischen Spiegel vorhalten lassen möchten. Spiegelung und Bestätigung des eigenen Handelns, obwohl das Ende doch überhaupt nicht gut für sie ausgeht? Sieht man sich gerne bei der Mordarbeit zu, wenn drumherum eine Science-Fiction-Story gestrickt wurde und hält man sich damit die Tatsachen vom Pelz? Sei´s drum, für Avatar gibt es eine sehr treffende Filmanalyse, auf die ich verweisen möchte. Mir kommt bei den beiden Filmen noch ein anderer Gedanke, eher die Frage, wie Hollywood in diesen und mit diesen Filmen funktioniert. Um´s kurz zu machen: Sie halten uns tatsächlich einen Spiegel vor, nur dass dort die Bilder weiter laufen, als sie es in unserem Leben tun. Weiterlesen »

Was mal wichtig war

To play or not to play

Antisemitismus in der Partei Die Linke

Und immer wieder: WIZO

2012, Avatar & Co: Arbeit unterm Spätkapitalismus

Der 9.11.1969 und die Linke

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