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Monatsarchiv: März 2010

Das digitale Rollenspiel heute und damals

31 Mittwoch Mar 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Angespielt, Konsumterror, Pop & Ästhetik, Rezensiert & Besprochen

≈ 8 Kommentare

Schlagwörter

Ästhetik, Drankensang, DSA, FFVII, Final Fantasy VII, Konsumterror, RPG, Unterhaltung

Der erste Teil von Drakensang wurde zum besten deutschen Computerspiel des Jahres 2008 gekürt. Ob dies gerechtfertigt gewesen ist oder nicht, bleibt – zumindest für mich – fraglich, da es mitten in der Hochphase der Killerspieldiskussion geehrt wurde und auch zur politischen Instrumentalisierung als Abgrenzung für die Kassenschlager aus der Frankfurter Spieleschmiede Crytek (Far Cry, Crysis) mißbraucht wurde. Man mag diesem Umstand ja zustimmen wollen oder ihn ablehnen, das Spiel an sich wertet es damit nicht auf, sondern sagt vielmehr etwas über den deutschen Computerspielpreis an sich aus. So oder so schrie der kommerzielle Erfolg von der DSA-Adaption  nach einem Nachfolger. Ich persönlich habe ein Faible für Rollenspiele, vor allem für DSA, als auch für digitale Interpretationen dieses Genres.

Nun habe ich mich dabei erwischt, wie ich mir doch den Nachfolger “Am Fluss der Zeit” besorgt habe, obwohl meine Erfahrungen mit dem ersten Teil als auch mit Dragon Age: Origins nicht wirklich dazu geeignet sind, positiv überrascht zu werden.

Wieso eigentlich, frage ich mich, komme ich darauf, aktuelle PC-Rollenspiele immer wieder mit einem Spiel aus dem Jahr 1997 zu vergleichen? Wieso taucht nicht einmal eines auf, das es mit Final Fantasy VII aufnehmen kann?

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Ein Wort zur Reklame

22 Montag Mar 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gesellschaft et cetera, Konsumterror

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Schlagwörter

Internet, Kapitalismus, Konsumterror, Life, Politics, Politik, Reklame, Werbung

In letzter Zeit musste ich öfter an einen Artikel oder ein Interview denken, das ich vor Jahren irgendwo im Internet gelesen hatte. Darin jammerte ein Werbestratege, dass er die “junge Generation” fast nicht mehr mit seiner Reklame erreicht. Die Leute von Heute würden kein Fernsehen mehr schauen, oder zumindest immer weniger, hätten keine festen Zeitschriftenabos mehr und würden sich meist mit dem Internet so gut auskennen, dass sie Werbeblocker benutzten. Radio geht auch immer weiter den Bach herunter und so bleibt ihnen eigentlich nur noch fest installierte Werbung in der Öffentlichkeit – deren Wirkung jedoch durch die Dauerbeschallung der allgegenwärtigen Plakate und Sprüchbänder mehr als zweifelhaft ist. Nun, fast alles trifft da auf mich zu: Ich habe keinen Fernseher, eigentlich habe ich ihn vor über zehn Jahren wegen der Werbung abgeschafft, ich benutze im Internet einen Werbeblocker, ich sortiere aus den spärlich gekauften Zeitschriften die Beilagen direkt am Kiosk aus und es gibt tatsächlich Radios auf UKW, die keine Werbung senden. Der einzige Ort, wo mich diese Werbefritzen doch noch erwischen ist im Kino. Aber da auch nicht in jedem.

Werbekanal in der Kölner U-Bahn

Ein Freund erzählte mir von einem Science-Fiction Roman. Dort wurde es möglich, dass durch bisher nicht entdeckte Wellenmuster eine Kommunikation direkt mit dem Gehirn stattfinden kann. Laut dem Roman vermieten einige Leute Teile ihres Gehirns; die einen vermieten zum Beispiel ihr Sprechzentrum und rufen lauthals Werbebotschaften in die Welt hinaus, die sie von einer Firma empfangen. Andere tun dies subtiler, indem sie in persönlichen Gesprächen auf einmal von diversen Produkten anfangen zu schwärmen. Ich halte diese Fiktion für nicht wirklich unrealistisch – gäbe es die technische Möglichkeit, wäre dies eine sehr wahrscheinliche Zukunftsoption.

Reklame ist heute schon eines der nervigsten Alltagsphänomene. Während staatliche Propaganda weitgehend verpönt ist, empfindet man Firmenpropaganda als eine ganz gewöhnliche Erscheinung.

Dabei ist Reklame ein Eckpfeiler des Kapitalismus – sie spannt sich zwischen der Zentralisierung als notwendige Bedingung des Kapitalismus einerseits und des individuell-psychologischen falschen Bewußtseins und repressiver Bedürfnisse auf der anderen Seite. Reklame braucht zweierlei: Überproduktion und Menschen, die sich vor dem Kauf nicht fragen, ob sie dies oder jenes wirklich benötigen. Das führt zu solch absurden Auswüchsen wie die Werbekanäle im Fernsehen, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Produkte zu verkaufen, die niemand benötigt.

Es wird viel über die Umsonst-Kultur im Netz geschimpft. Es verderbe die Preise, die Verlage würden nichts mehr verkaufen und dank der Werbeblocker im Netz habe der Anzeigenmarkt nicht die Bedeutung, die er eigentlich haben sollte. Geht man über den Denkfehler hinweg, dass es nicht ausreicht, Werbung im Internet zu sehen, sondern auch noch auf sie Klicken müsste, damit Cash fließt, bleibt immernoch die Frage, ob man den Hebel am richtigen Rädchen ansetzt. Zweifelsohne sind Werbeblocker ein kleines Rädchen, dem so viel zugemutet wird, dass es fast schon lächerlich erscheint. Vielleicht liegt der Fehler auch an anderer Stelle. Die Musikindustrie machte es ja vor: Sie jammerte ihren unverschämten Gewinnen der 90er Jahre nach, als sie überteuerte CDs verkaufen konnte, was mit dem Aufkommen des Internets völlig eingebrochen ist. Trotz jahrelanger Kundenbeschimpfung ziehen mittlerweile die Verkäufe von Onlinemusik an. Man wird mit bestimmten Dingen im Internet leben müssen. Werbefilter gehören wohl dazu. Auch fällt mir da die größte deutsche Bierbrauerei ein, die gänzlich auf Werbung verzichtet und trotzdem ihr Produkt unter die Leute bekommt. Es ist also nicht immer so einfach gestrickt, wie man es gerne hätte.

Für mich persönlich ist die Reklame eines der nervigsten Dinge in meinem Alltag, obwohl ich vermutlich noch eher wenig Kontakt mit ihr habe. Ich finde die Superlative, die die neue Produktverpackung immer wieder über die letzte hebt, lächerlich, ich finde das ganze Kleingedruckte einfach nur peinlich. Und zuguterletzt frage ich mich, wie man überhaupt jemandem irgend etwas glauben kann, wenn dessen einziges Interesse es ist, etwas zu verkaufen. Die Werbung wird somit zur Farce ihrer selbst, führt sich selbst ad absurdum und kommt über die Verpestung des öffentlichen Raumes nicht hinaus.

An den oben erwähnten Artikel muss ich öfters denken. Irgendwie tut es gut, ab und zu das Jammern der Leute zu hören, die sich berufsmäßig mit Reklame auseinander setzen müssen.

Musik, bitte (XIII)

15 Montag Mar 2010

Veröffentlicht von UnderTakeThisLaw in Gott vs. Die Welt, Klamauk, Musik, Pop & Ästhetik

≈ 1 Kommentar

Schlagwörter

Ästhetik, Kickapoo, music, Musik, Pop, Tenacious D

Erinnert sich da jemand vielleicht an seine Kindheit?

Was mal wichtig war

To play or not to play

Antisemitismus in der Partei Die Linke

Und immer wieder: WIZO

2012, Avatar & Co: Arbeit unterm Spätkapitalismus

Der 9.11.1969 und die Linke

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