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		<title>Zum Tode von Arno Lustiger</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus Antijudaismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtliches]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft et cetera]]></category>
		<category><![CDATA[Arno Lustiger]]></category>
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		<category><![CDATA[Rettungswiderstand]]></category>
		<category><![CDATA[Shoa]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Mein Vater las, wo immer er sich auch befinden mochte, Zeitung. Zu jeder Tags- und Nachtzeit vertiefte er sich mit &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/05/16/zum-tode-von-arno-lustiger/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1715&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Mein Vater las, wo immer er sich auch befinden mochte, Zeitung. Zu jeder Tags- und Nachtzeit vertiefte er sich mit ernstem Gesicht in Mitteilungen, Darstellungen und Nachrichten, riss Artikel, die ihn interessierten, heraus, faltete sie zusammen, legte sie auf einen Tisch, auf den Boden, auf einen Stuhl, in eine Jackentasche, um sie sogleich zu verlieren.&#8221;</p>
<p>So beginnt Gila Lustigers Beschreibungen ihres Vaters Arno Lustiger in ihrem Familienroman <em>So sind wir</em>. Sie, die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, berichtet davon, wie sich das Trauma der Opfer auf ihre Kinder übertragen hat. Arno Lustiger überlebte die Shoa: Er überlebte das Zwangsarbeiterlager in Annaberg/Schlesien, kam von dort über das KZ Ottmuth nach Blechhammer, ein Außenlager von Auschwitz und bekam dort die Nummer A5592 eintätowiert. Im Januar 1945, bei über Minus 20 Grad und sehr viel Schnee, marschierte er auf dem ersten Todesmarsch in Richtung KZ Groß-Rosen, dann über das KZ Buchenwald in das KZ Langenstein bei Halberstadt. Heute ist das eine <a href="http://g.co/maps/nme92">Entfernung von über 600 Kilometer</a> &#8211; über ausgebaute Strassen. Im April 1945, als die amerikanischen Truppen weiter vorrückten, ging es auf den zweiten Todesmarsch, von dem Arno Lustiger schließlich fliehen konnte. Ihm gelang halsbrecherisch die Flucht, kurz bevor er die rettenden GIs erreichte, brach er ohnmächtig zusammen &#8211; ohne zu wissen, dass es seine Retter waren, die da vor ihm waren. So erzählte er die Geschichte seiner Flucht.</p>
<p>&#8220;Mein Vater sammelte die Meldungen aus einem Grund: Er hatte sich einmal von der Welt überrumpeln lassen, das sollte ihm nie wieder geschehen. 1939 hatte mein fünfzehnjähriger Vater noch keine Zeitung gelesen, sondern sich nach assimilierter, aufgeklärter jüdischer Tradition in irgendeinen Griechen verbissen. Und auch 1940 war der Kindertraum meines sechzehnjährigen Vaters noch nicht ganz verdorrt, wenn er auch schon zu faulen begann. Mein Vater hörte aus großer Nähe ein deutsches Barbarengeschrei, aber eine deutsche Zeitung las er nicht. (…) Mein Vater hatte sich einmal von der Welt überrumpeln lassen, nun hielt er sich, Zeitungen in acht Sprachen lesend, informiert. Er hatte am eigenen Leib erfahren: Kein Jude kann der Welt entfliehen, und wenn er es versucht, dann bezahlt er seine Realitätsflucht mit dem Leben.&#8221;</p>
<p>Arno Lustiger war eine Koryphäe auf dem Gebiet der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Lustiger#Werke">Erforschung des jüdischen Widerstands</a> gegen die Nationalsozialisten. Sein Buch &#8220;Zum Kampf auf Leben und Tod. Vom Widerstand der Juden in Europa 1933-1945&#8243; ist ein Standardwerk. Unermüdlich brachte er dieses Wissen nicht nur seinen Studenten nahe, sondern auch auf unzähligen Vorträgen über all in der Republik. Erst letztes Jahr erschien sein letztes Buch über <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1664914/">Rettungswiderstand</a>, über Judenretter in ganz Europa.</p>
<p>Arno Lustiger engagierte sich in vielfältiger Weise und auf ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen. Ein paar wenige Schlaglichter: Er war Mitbegründer der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg, er war Vorstandsmitglied der Budge-Stiftung. Immer wieder schaltete er sich in gesellschaftliche Debatten ein, zum Beispiel las er <a href="http://www.welt.de/welt_print/article827748/Eine-paradoxe-Intervention-zur-Causa-Oettinger.html">Oettinger die Leviten bei dessen Filbinger-Eklat</a>. 2005 hielt er anlässlich der 60-jährigen Befreiung des KZ Auschwitz eine Rede im Bundestag. Vor allem der nach wie vor grassierende Antisemitismus waren ihm eine Herzensangelegenheit. <a href="http://www.welt.de/debatte/weblogs/Alan_Poseners_Blattkritik/article6064626/Arno-Lustiger-fordert-Bericht-ueber-Antisemitismus.html">In einem Brief wandte er sich 2007 an die Mitglieder des deutschen Bundestages</a> mit der Bitte, einen jährlichen Bericht zum Thema Antisemitismus vorzulegen.</p>
<p>Zu seinen Studenten pflegte er zu sagen: &#8220;Hart in der Sache, aber nachsichtig zu den Menschen&#8221;, wenn er wieder einmal gegen braune Auswüchse in Deutschland vorging. Menschen können sich ändern, Menschen können bereuen, sagte er. Ein Menschenleben sei viel zu lang, um ein für alle Mal einen Bannspruch über einen Menschen zu sprechen. Nicht zuletzt dieser grundehrliche und entwaffnende Humanismus hinterließ einen tiefen und bleibenden Eindruck bei seinen Gesprächspartnern.</p>
<p><a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13037">Gestern ist Arno Lustiger im Alter von 88 Jahren gestorben</a>. Zol er likhtik ruen un lang vartn.</p>
<p style="margin-top:100px;"><em>Die Rede von Arno Lustiger vor dem Deutschen Bundestag ist auf den Seiten des Bundestages nicht mehr zu finden. Sie war erreichbar unter der url: http://www.bundestag.de/aktuell/presse/2005/pz_0501271</em></p>
<p><em>Nachfolgend dokumentiere ich die Rede Arno Lustigers vor dem Deutschen Bundestag am 27. Januar 2005, wie sie im November 2006 unter der angegebenen Adresse zu lesen war. </em></p>
<p><span id="more-1715"></span></p>
<h1>Rede von Professor Arno Lustiger bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus am 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz</h1>
<p>Es gilt das gesprochene Wort</p>
<p>Als ich Ihre Einladung erhielt, heute vor dem Deutschen Bundestag zu sprechen, war ich tief bewegt, auch weil mir bewußt wurde, welche hohe Ehre, aber zugleich welch hohe Verpflichtung mir damit zugefallen ist.<br />
Am 27.Januar 1945, heute vor 60 Jahren, war ich noch nicht frei. Da hatte ich schon drei KZs hinter mir, Sosnowitz, Annaberg und Ottmuth. Als Häftling Nummer A-5592 des vierten KZ, Auschwitz-Blechhammer, wurde ich am 21.Januar 1945 mit 4.000 anderen Kameraden bei minus 20 Grad auf den Todesmarsch über Schlesiens verschneite Straßen geschickt. Es gab keine Verpflegung, dafür aber wegen jeder Kleinigkeit Schläge. Vielen Kameraden erfroren Hände, Ohren und Zehen. Wer nicht marschieren konnte, wurde erschossen. Nur die Hälfte von uns erreichte das KZ Groß-Rosen.<br />
In den 10 Wochen zwischen Ende Januar und dem 8.Mai 1945 überlebte ich: den Todesmarsch von Auschwitz, die Hölle des KZ von Groß-Rosen, das KZ Buchenwald, die furchtbare Maloche im unterirdischen Stollen des KZ Langenstein im Südharz, wo die Lebenserwartung nur vier Wochen betrug, den Todesmarsch von Langenstein Mitte April, die Flucht, die Gefangennahme, die mißlungene Erschießung durch Volkssturm-Männer, schließlich die Rettung durch die amerikanische Armee. Am 8. Mai 1945 feierte ich, nun uniformierter und bewaffneter Dolmetscher der US-Army, mit meinen Rettern das Kriegsende und auch meinen 21.Geburtstag. Diese doppelte Feier werde ich nie im Leben vergessen.</p>
<p><strong>Todesmärsche</strong><br />
Zwischen November 1944 und Mai 1945 wurden etwa 700.000 Häftlinge, 200.000 von ihnen Juden, bei der Räumung und Liquidierung der KZs in Polen und Deutschland, auf etwa hundert Todesmärschen durch ganz Deutschland getrieben. Es wird geschätzt, daß über die Hälfte von ihnen umgekommen ist. Sie wurden erschossen, in Scheunen verbrannt, sind verhungert oder an Seuchen verstorben. Der damals 14-jährige Junge Josef Buchmann überlebte den Todesmarsch von Auschwitz und dann die Typhusepidemie in Bergen-Belsen. Ich traf ihn dort im Juni 1945, noch in amerikanischer Uniform, auf der Suche nach meiner Familie.<br />
Bis heute gibt es keine Gesamtdarstellung dieser sich auf Deutschlands Straßen abspielenden tausendfachen Tragödien, dieser letzten Konvulsionen des untergehenden Dritten Reiches. Ich hoffe sehr, daß die Forschung sich dieses Themas jetzt annehmen wird.</p>
<p><strong>Jüdischer Widerstand</strong><br />
Der weithin unbekannt gebliebene Widerstand der Juden Europas und die Beschuldigung, sich nicht gewehrt zu haben, waren die Motivation für meine Forschungen und Bücher. Diese tapferen Widerstandskämpfer wurden in der von mir konzipierten Ausstellung im Jüdischen Museum in Frankfurt im Mai 1995 vorgestellt. Meine Bücher sind auch Epitaphe auf nicht vorhandene Grabsteine vieler jüdischer Widerstandskämpfer.</p>
<p><strong>Aufstand des Sonderkommandos in Auschwitz </strong><br />
Die Häftlinge des Sonderkommandos in Auschwitz planten einen gleichzeitigen Aufstand und Zerstörung aller Krematorien. Als am 7. Oktober 1944 Sonderkommando-Häftlinge des dritten und vierten Krematoriums vergast werden sollten, brach eine spontane Revolte aus. Die Häftlinge haben die SS mit Äxten und Steinen angriffen und setzten ein Krematorium in Brand. Eine sofort alarmierte Einheit der SS ermordete die Häftlinge gruppenweise durch Genickschuß.<br />
Die Häftlinge des Sonderkommandos am Krematorium 1 schlugen auch los. Viele Häftlinge flüchteten, töteten dabei drei SS-Leute und verwundeten zwölf schwer, aber sie hatten keine Chance. 451 von 661 Häftlingen der Sonderkommandos wurden noch an diesem Tag erschossen.<br />
Am 6. Januar 1945 wurden vier Heldinnen des Aufstandes von Auschwitz gehängt. Dies waren die letzten Exekutionen in Auschwitz.<br />
Die polnische Jüdinnen Rózia Robota, Regina Safirsztajn, Ester Wajcblum und Ala Gertner entwendeten monatelang Dynamit für die Sprengung der Krematorien.</p>
<p>Hier noch ein grausiges Postskriptum über die Massenmörder von Auschwitz. Himmler hat am 26. November 1944 befohlen, alle Gaskammern und Krematorien von Auschwitz zu vernichten, um die Spuren der Verbrechen zu verwischen. Jedoch wurden die Vergasungs- und Verbrennungs-Installationen Ende November 1944 sorgfältig abmontiert und ins KZ Mauthausen transportiert. Danach wurde die Firma Topf in Erfurt aufgefordert, Pläne für den Bau neuer Krematorien mit zehn Einäscherungsöfen plus Anlagen aus Auschwitz zu erarbeiten. Nach den am 15.Februar 1945 (!) eingereichten Plänen, d.h. zehn Wochen vor Kriegsende, sollten die neuen Krematorien auf einer Bahnstrecke in der Nähe des KZ Mauthausen errichtet werden.<br />
Wer sollte dort vergast und verbrannt werden? Etwa die überlebenden Häftlinge der Todesmärsche? Wollten die Massenmörder noch die letzten Gefangenen in den Untergang des 3. Reiches mitreißen?</p>
<p><strong>Die Verleugner des Widerstandes der Juden</strong><br />
Schon vor Jahren mußte ich mich mit einigen Historikern streiten, die den fast aussichtslosen und heroischen Widerstand der Juden in Europa verleugneten. Ein Berliner Politologe gab den ermordeten deutschen Juden den postmortalen Ratschlag, sich einfach nicht bei den Sammelplätzen zur Deportation einzufinden.</p>
<p>&#8220;Sitzstreik nennen wir das heute. Die Deportationen wären faktisch zusammengebrochen, physisch undurchführbar geworden&#8221;.<br />
Ein Historiker, der den Holocaust im amerikanischen Exil überlebte, stellte die folgende These auf:</p>
<p>&#8220;Die jüdischen Opfer stürzten sich &#8211; gefangen in der Zwangsjacke ihrer Geschichte &#8211; physisch und psychisch in die Katastrophe. Die Vernichtung der Juden war somit kein Zufall.&#8221;<br />
Dieser Verleumdung der Opfer widersprach, im Gegensatz zu anderen Ländern, in Deutschland niemand, außer mir.</p>
<p><strong>Die Auschwitz-Lüge</strong><br />
Der Deutsche Bundestag hat mit Wirkung vom 1. Dezember 1994, mehrere Paragraphen des Strafgesetzbuches novelliert, darunter den § 130 Ziffer 2(3) betr. Volksverhetzung, nach welchem</p>
<p>&#8220;mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft wird, wer die NS-Verbrechen&#8230;billigt, leugnet oder verharmlost&#8221;.<br />
Wegen dieses Gesetzes müssen Verbreiter der sogenannten &#8220;Auschwitz-Lüge&#8221;, wie Irving, Faurisson, Garaudy, Zündel, Leuchter uva. einen weiten Bogen um Deutschland machen. Manche einheimische Volksverhetzer, wie der RAF-Terrorist und neonazistische Antisemit Mahler sowie der NPD-Führer Deckert landen im Gefängnis. Es tut mir leid, daß es dieses Gesetz geben muß, ich bin froh, daß es da ist.</p>
<p><strong>Mißbrauch der Metapher Auschwitz </strong><br />
Der fabrikmäßige Massenmord von Juden wird unter der Metapher Auschwitz zu vielen Zwecken mißbraucht. Das Postulat &#8220;Nie wieder Auschwitz&#8221; wird damit ausgehöhlt.<br />
In dem das Stück &#8220;Die Ermittlung&#8221; von Peter Weiss mit Texten aus dem Auschwitz-Prozeß wird die Identität der jüdischen Opfer beschwiegen. Sie fallen ins schwarze Loch der Anonymität. Der Historiker James Young schrieb dazu:</p>
<p>&#8220;&#8230; Das Stück von Weiss ist so judenrein, wie der größte Teil Europas nach dem Holocaust&#8221;<br />
Am 13. Februar 1990, nur neun Wochen nach dem Fall der Mauer, sprach sich der Nobelpreisträger Grass gegen die Wiedervereinigung Deutschlands aus. In einer Vorlesung in der Frankfurter Universität hat er den Zivilisationsbruch Auschwitz mit dem deutschen Verlangen nach Wiedervereinigung konfrontiert. Er sagte am Schluß:</p>
<p>&#8221; &#8230;auch gegen ein Selbstbestimmungsrecht, das anderen Völkern ungeteilt zusteht, gegen all das spricht Auschwitz, weil eine der Voraussetzungen für das Ungeheure, neben den älteren Triebkräften, ein starkes, das geeinte Deutschland gewesen ist&#8221;<br />
Mein Einspruch gegen diese falsche Einschätzung ging im Beifall für Günter Grass unter.<br />
Der Schweizer Schwindler Doessekker alias Wilkomirski hat mit seinem Buch von 1995, das in 12 Sprachen übersetzt wurde, vorgegeben, als Säugling Auschwitz überlebt zu haben. Erst 1998 platzte dieser Betrug, den man als ein Produkt des Schoa-Business bezeichnen kann.<br />
Die militärische Intervention in Bosnien und im Kosovo ist von mehreren Politikern mit der Metapher vom drohenden Auschwitz begründet worden.<br />
Anlässlich eines Besuches bei Arafat im März 2002 sagte der portugiesische Nobelpreisträger Saramago, daß der &#8220;Geist von Auschwitz&#8221; über Ramalla schwebe. Auf die Frage eines Journalisten, wo sich die Gaskammern befinden würden, antwortete er, daß in Ramalla das gleiche geschehe wie in Auschwitz.</p>
<p><strong>Deutsche Juden in der Illegalität und deren Rettung</strong><br />
Der Begriff &#8220;Widerstand&#8221; wird meist auf Aktionen beschränkt, die auf die Beseitigung des Naziregimes gerichtet waren, aber auch die Rettung der Juden war aktiver und dazu oft erfolgreicher Widerstand. Deshalb ist es wichtig, über die fast unbekannten, unbesungenen Helden des deutschen Rettungswiderstandes zu forschen und zu berichten.<br />
Im September 1944 lebten in ganz Deutschland nur noch etwa 14.000 Juden, von früher 550.000. Etwa 10.000 von ihnen haben sich zum Untertauchen entschlossen. Sie haben sich selbst &#8220;U-Boote&#8221; genannt. 1.400 Juden überlebten im Untergrund.<br />
Die eine Woche dauernde Demonstration der mutigen christlichen Frauen Ende Februar 1943 in der Rosenstraße in Berlin führte zur wundersamen Rettung ihrer jüdischen Ehemänner.<br />
Vom Ende der 50er Jahre bis 1963 wurden auf Initiative des Berliner Innensenators Joachim Lipschitz 738 Personen als &#8220;Unbesungene Helden&#8221; geehrt. Diesen Begriff prägte Kurt R. Grossmann in seinem 1957 in Berlin erschienenen gleichnamigen Buch. Als Lipschitz im Dezember 1961, erst 43 Jahre alt, starb, wurde es still um diese Helden des deutschen Rettungswiderstandes.<br />
Der 1923 in Berlin geborene US-Leutnant und Soziologe Manfred Wolfson versuchte 1965 von Frankfurt aus eine umfangreiche Studie zur Retterforschung zu organisieren, die jedoch wenig Interesse und keine akademischen oder sonstige Sponsoren fand. Er kehrte enttäuscht 1968 in die USA zurück, wo er 1987 starb.<br />
Im Auftrage des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin wurde im Rahmen des Projekts &#8220;Solidarität und Hilfe&#8221; unter Leitung von Dr. Beate Kosmala eine Datenbank geschaffen. Die teils umfangreichen Datensätze enthalten Namen von ca. 3.000 Frauen und Männern, die an der Rettung von Juden in Deutschland, aber hauptsächlich in Berlin, beteiligt waren. Viele Retter sind längst verstorben und blieben bis heute unbekannt. Unbekannt sind auch viele der nicht geglückten Rettungsversuche.</p>
<p><strong>Über einige zivile und uniformierte Retter </strong><br />
Etwa 30 Militärhistoriker unter Leitung von Prof. Dr. Wolfram Wette sind in den letzten Jahren der Frage nachgegangen, ob es auch Soldaten gab, die sich an Rettungstaten für Juden beteiligten. Die Ergebnisse der Recherchen sind in den Büchern ?Retter in Uniform“ und &#8220;Zivilcourage&#8221; enthalten.<br />
Einen von ihnen möchte ich Ihnen vorstellen. Oberleutnant Heinz Drossel rettete während eines kurzen Fronturlaubs in Berlin Günter und Margot Fontheim sowie ihre Eltern, die als U-Boote in Berlin vegetierten. Nach dem Krieg sorgte Fontheim, nun Physiker der NASA, dafür, daß Dr. Heinz Drossel in Jerusalem und in den USA geehrt wurde.<br />
Der Frankfurter Arzt Dr. Fritz Kahl hat sich spontan entschlossen, seine früheren Patientinnen, die Schwestern Eva und Tuschi Müller, zu verbergen. Auch der 23-jährige Verlobte von Eva, Robert Eisenstädt, dem die abenteuerliche Flucht aus dem KZ Majdanek in Polen gelungen war, wurde versteckt. Die Ehefrau Margarete Kahl begleitete ihre Schützlinge auf der Bahnfahrt ins Schweizer Grenzgebiet. Zu Fuß erreichten sie die Schweiz im Februar 1943.</p>
<p><strong>Werden die deutschen Retter angemessen geehrt?</strong><br />
Leider hatten die deutschen Judenretter keine Fürsprecher, auch nicht in Jerusalem. Nur 400 Deutsche von insgesamt 20.000, wurden als &#8220;Gerechte&#8221; von Yad Vashem geehrt. Wenn man bedenkt, daß Tausende Deutsche zwischen 1941 bis 1945 vielen Juden geholfen und sie gerettet haben, so muß man sich über diese Unterlassungen wundern. Ich schlage vor, daß in Jerusalem noch drei Bäume gepflanzt werden, je ein Baum kollektiv: für die deutschen Judenretter, für die tapferen Frauen von der Rosenstraße und für die Retter in Uniform.<br />
Ich freue mich, daß meine Freunde, Dr. Beate Kosmala, Prof. Wolfram Wette, Dr. Eugen Kahl, Sohn der Retter-Familie, Dr. Heinz Drossel und Dr. Josef Buchmann heute unter uns sind.</p>
<p><strong>Antisemitismus und Antizionismus</strong><br />
Seit meinem achten Lebensjahr, schon als zionistischer Pfadfinder, war der Zionismus, der ein Traum von einem eigenen Judenstaat war, eine Konstante meines Lebens. Für diese Idee habe ich viele Jahre, auch als Bundesvorsitzender der Zionistischen Organisation in Deutschland gewirkt. Der Haß auf Israel und seine Menschen, die Verweigerung des Lebensrechtes des Judenstaates durch die arabisch-moslemische Welt, die Gewalt gegen Juden und ihre Institutionen, erfüllt mich mit Schmerz und Zorn.<br />
Demgegenüber gehört die Existenz Israels in sicheren Grenzen und die Unterstützung des Judenstaates zu den Konstanten der bundesrepublikanischen Politik. Deutschland ist nach den USA der wichtigste Verbündete und Partner Israels. Das war und ist hier immer Konsens gewesen.<br />
Die deutschen Linken haben oft an diesem politischen Konsens gerüttelt. Deshalb schrieb 1975 der bekannte Literaturhistoriker und engagierte Linke Hans Mayer:</p>
<p>&#8220;Wer den &#8220;Zionismus&#8221; angreift, aber beileibe nichts gegen die &#8220;Juden&#8221; sagen möchte, macht sich und anderen etwas vor. Der Staat Israel ist ein Judenstaat. Wer ihn zerstören möchte, erklärtermaßen oder durch eine Politik, die nichts anderes bewirken kann als solche Vernichtung, betreibt den Judenhaß von einst und von jeher&#8221;<br />
Im gleichen Jahr 1975 verurteilte die UNO auf Betreiben des Ostblocks und der arabischen Staaten den Zionismus als Rassismus. Erst im Dezember 1991 hat die UNO diese ihre Schande beendet, indem dieser Beschluss annulliert wurde.<br />
Der Antisemitismus und besonders dessen islamische Prägung sollte nicht alleine die Sorge der Juden sein, denn in Europa wirken Kräfte, die unsere gemeinsame Zivilisation ins Mittelalter zurückbomben wollen. Der Islam-Wissenschaftler Prof. Bassam Tibi hat darüber geschrieben:<br />
&#8220;&#8230;Erst dann, wenn die deutsche Öffentlichkeit dieser Bedrohung in angemessener Weise entgegentritt, wird man davon sprechen können, daß sie die Lehren der deutschen Vergangenheit wirklich verstanden hat&#8221;<br />
Einen großen Beitrag zur Desinformation über Israel und deren Folgen für die Juden leisten leider auch einige Medien, die mit ihrer einseitigen und überzogenen Kritik an Israel, wo sich über 800 Auslandskorrespondenten gegenseitig auf die Füße treten. Sie darf ich mit dem Spruch des Propheten Jesaia Kap.40, Vers 2 um Folgendes freundlich bitten:</p>
<p align="center"><em>Dabru el lew Jeruschalaim</em> &#8211; Redet freundlich über Jerusalem</p>
<p><strong>Die Berliner Konferenz</strong><br />
Ende April 2004 fand in Berlin eine Antisemitismus-Konferenz der 55 OSZE-Staaten statt. In seiner Eröffnungs-Ansprache sagte Außenminister Fischer, wie Wolf Biermann und ich Träger des Heinz-Galinski-Preises, u.a:</p>
<p>&#8220;Solange sich jüdische Menschen in unseren Ländern nicht sicher, nicht wirklich zu Hause fühlen, solange Synagogen, jüdische Schulen und Kindergärten von der Polizei geschützt werden müssen, solange Politiker mit antisemitischen Ressentiments auf Stimmenfang gehen &#8211; solange müssen wir uns der Bedrohung durch den Antisemitismus gemeinsam stellen.&#8221;<br />
Hier eine persönliche Reflexion. Als ich vor über 50 Jahren die Jüdische Gemeinde in Frankfurt mitgründete, wäre mir nicht im Traum eingefallen, dass unsere Synagogen und Gemeindehäuser noch heute, 50 Jahre später, polizeilich bewacht werden müssen. Gott, Jesus und Mohammed sei Dank, dass Moscheen und Kirchen dieses Schutzes nicht bedürfen.<br />
Die Vorgänge im sächsischen Landtag bestätigen leider die Sorgen vieler Demokraten in Deutschland. War die schlechte Vorbereitung und die folgende Ablehnung des Verbotsantrags der NPD nicht ein Fehler?<br />
&#8230;Ist es nicht an der Zeit, dass deutsche Verfassungsrichter ihre Samt-Handschuhe ausziehen, wenn es sich um Feinde unserer Verfassung und Demokratie handelt?</p>
<p><strong>Die Zukunft der Erinnerung &#8211; Der Kampf gegen das Vergessen</strong><br />
Vor fünf Jahren stellte Bundespräsident Roman Herzog, der diesen Gedenktag im Bundestag initiierte, die besorgte Frage: Hat die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis in Deutschland eine Zukunft? Ich sage ja und hier der Beweis. Es gibt rund 180 Gedenkstätten in ehemaligen KZs, Zuchthäusern, Synagogen usw. 98 von ihnen sind große Gedenkstätten an Orten des Geschehens, die ständig geöffnet sind und pädagogische Programme durchführen. Sie werden von über 3,5 Millionen Menschen jährlich besucht. Das zweibändige, über 1.800 seitige Nachschlagewerk ?Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“ enthält Beschreibungen von 6.100 Mahnmalen, Grabstätten, Gedenktafeln usw. in Ost- und Westdeutschland. Das alles bildet ein wahres, imposantes Netzwerk des Gedenkens.<br />
In diesem Jahr feiern die &#8220;Leo Baeck Institute&#8221; zur Erforschung der Geschichte der deutschen Juden in New York, London und Jerusalem ihr 50jähriges Bestehen. In jedem der bisher erschienenen 49 &#8220;Year Books&#8221; des LBI wird neben den mehreren Essays eine fortlaufend nummerierte Bibliographie abgedruckt, die heute mit 43.678 Titeln endet. Die deutschen Juden sind somit die am umfangreichsten dokumentierte Gemeinschaft der Welt.<br />
Das Jüdische Museum in Berlin wurde seit dessen Eröffnung im Jahre 2001 von über 2,3 Millionen Menschen besucht. 2.000 Mikrofilme sind dort, in der Dependance des LBI-Archivs in New York, gespeichert. Sie bilden die Datenbasis des Museums. Neben dem Museum in Berlin ist das Jüdische Museum in Frankfurt das wichtigste. Außerdem gibt es zehn weitere jüdische Museen in Deutschland.<br />
28.000 Menschen sind in 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit dem Gedanken der Toleranz und Freundschaft unter den Konfessionen verbunden. 48 Deutsch-Israelische Gesellschaften mit 5.000 Mitgliedern bilden ein menschliches Bindeglied zwischen beiden Ländern. In der Bibliothek &#8220;Germania Judaica&#8221; in Köln sind Hunderte von Bänden zur Lokalgeschichte der Juden in Deutschland archiviert, von Aachen bis Zittau. Nach 1945 haben viele Lokalhistoriker Geschichten der jeweiligen jüdischen Gemeinden erforscht und veröffentlicht.<br />
Im Rahmen der seit 1958 bestehenden christlichen &#8220;Aktion Sühnezeichen&#8221; arbeiten zehntausende junge Deutsche bei 120 Projekten in 13 Ländern und leisten freiwillige Dienste in KZs, Gedenkstätten und bei der Betreuung von Holocaust-Überlebenden. Ferner gibt es jedes Jahr 20 internationale Sommerlager. Die katholische Organisation &#8220;Pax Christi&#8221; verfolgt ähnliche Ziele.<br />
Es gibt einhundert deutsch-israelische Städtepartnerschaften. Tausende von Jugendlichen und Erwachsenen haben Israel bereist, manche von ihnen wurden christliche Zionisten.<br />
Die Organisation &#8220;Schule ohne Rassismus&#8221; in Berlin vergab bisher gleichlautende Auszeichnungen an 200 Schulen und Gymnasien, die jeweils einen Erwachsenen als Paten haben. Ich bin einer von ihnen und sehr dankbar, daß einige meiner lieben Patenkinder aus dem Saarland zu dieser Feier eingeladen wurden. Seid hier herzlich gegrüßt, junge Freunde!<br />
In Deutschland wirken in den beschriebenen Institutionen Abertausende von Menschen, die die Last der Vergangenheit auf sich genommen haben und sie an ihre Kinder, Enkel und Mitbürger weitergeben. Mit vielen von ihnen bin ich seit Jahren in der gemeinsamen Arbeit gegen das Vergessen tief verbunden. Sie sind meine Brüder und Schwestern im Geiste, Ihnen allen gelten heute meine allerherzlichsten Grüße und Wünsche.</p>
<p><strong>Das Holocaust-Denkmal in Berlin</strong><br />
Im biblischen Buch Exodus, 33,12 heißt es: Weata amarta jedaticha bashem &#8211; &#8220;Ich habe dich beim Namen gekannt&#8221; Schon immer war ich der Meinung, dass das Gedenken ohne Namensnennung unvollständig bleibt. Ein Freund hat nachgerechnet, dass die Personen-Register meiner Bücher etwa 5.000 Namen enthalten. Bin ich deshalb ein Namen-Fetischist?<br />
Nachdem 1995 die zwei preisgekrönten Entwürfe für das Holocaust-Denkmal nicht verwirklicht wurden, erschien im September 1995 der Sammelband &#8220;Der Wettbewerb&#8230;&#8221; mit Texten von über 30 Autoren. In meinem Beitrag habe ich einen Vorschlag für die Gestaltung der Gedenkstätte am Mahnmal gemacht, den ich in der &#8220;Berliner Zeitung&#8221; vom 19. November 1997 wiederholte. Unter Punkt zwei schrieb ich:<br />
&#8220;In einer großen Computer-Datenbank sollen die bisher bekannten Namen der Opfer mit weiteren biographischen Daten gespeichert, abgerufen und ausgedruckt werden können.&#8221;<br />
Als Urheber dieser Idee freut es mich, dass im &#8220;Ort der Information&#8221; des Holocaust-Denkmals eine Datenbank des Yad Vashem mit 3,5 Millionen Opfernamen installiert wird. Es ist mein Wunsch, dass dort auch die Datei der Judenretter eingerichtet wird.<br />
Die zwölf Computer im &#8220;Ort der Information&#8221; wiegen für mich schwerer, als die 15 Tausend Tonnen Beton der rund 4.000 Stelen.<br />
Übrigens bin ich der Meinung, daß auch das geplante Mahnmal für die Sinti und Roma bald gebaut werden soll. Die Differenzen über den Text der Inschrift sollten bald gelöst werden. Das Gleiche gilt für das Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen.</p>
<p><strong>Gedenken</strong><br />
Ich gedenke heute mit großem Schmerz meines Vaters David, meines Bruders Samuel, meiner frommen Großmutter Lea Wellner, vieler Cousins, Onkels und Tanten.<br />
Mein Cousin Jean-Marie Kardinal Lustiger wurde vom Papst Johannes Paul II beauftragt, ihn bei den heutigen Feierlichkeiten in Auschwitz zu vertreten. In einem langen Telefonat vorgestern hat mir Jean-Marie u.a. erklärt, daß der Papst ihn erwählt hat, auch um die Schoa-Opfer und das jüdische Volk zu ehren. Er wird in wenigen Stunden in Auschwitz sprechen und dabei seiner Mutter, meiner Tante Giséle Lustiger, unserer gemeinsamen frommen Großmutter Mindel Lustiger und anderer Opfer unserer Familie gedenken, die in Auschwitz umgebracht wurden. Ihje schmam baruch. Ihr Andenken sei gesegnet!<br />
Die Wege der Erinnerung sind schwierig, aber solange wir leben, sollten wir sie alle in unserem Gedächtnis behalten: die sechs Millionen unserer Brüder und Schwestern, davon eine Million in Auschwitz, die anderen Opfer der Nazis ohne Unterschied ihrer Herkunft, Religion oder des Grundes ihrer Verfolgung, die Retter und die Widerstandskämpfer aller Nationen, die Soldaten der 100. Division, die heute vor 60 Jahren Auschwitz befreiten und dabei fielen, unter ihnen, der sowjetische Moslem Leutnant Gilmudin Baschirow. Wir gedenken mit Dankbarkeit der Soldaten der alliierten Armeen, die bei unserer Befreiung fielen. Ihre Namen und ihr Gedenken seien gesegnet und unvergessen.<br />
Es war mir eine Ehre, am 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz vor Ihnen zu sprechen und meine Erinnerungen, Gedanken und Gefühle mit Ihnen zu teilen. Ich danke für Ihre Anteilnahme und Aufmerksamkeit.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1715/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1715/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1715&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Holocaust FAQs</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 01:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist ein wenig Zeit vergangen, seit Hans Rothfels 1953 die &#8220;Zeitgeschichte als Aufgabe&#8221; ausrief. Geändert hat sich seit dem &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/04/26/die-holocaust-faqs/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1679&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein wenig Zeit vergangen, seit Hans Rothfels 1953 die &#8220;Zeitgeschichte als Aufgabe&#8221; ausrief. Geändert hat sich seit dem einiges: In Deutschland beginnt mittlerweile die Zeitgeschichte nicht mehr in dem Epochenjahr 1917, sondern mit dem zweiten bzw. dritten Kreis eher mit 1945 (die Franzosen waren noch nie von ihrem 1789 abzubringen, bei den Briten beginnt die Contemporary History mit dem Jahr 1832 und die USA fangen bei 1776 an).  Versteht man Zeitgeschichte als den Teil der Geschichte, den ein Teil der Bevölkerung bewusst miterlebt hat, kommt man um den Umstand nicht herum, dass der bloße zeitliche Abstand  den Nationalsozialismus und mit ihm die Shoa historisiert &#8211; man musste in den 80er Jahren nicht mit Broszat darin übereinstimmen, heute hat sich die Diskussion darüber gleichfalls erledigt.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1680" title="" src="https://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/04/125738-pub-portlet140x191.jpg?w=791" alt=""   />Es hat sich trotzdem nichts daran geändert: die Zeitgeschichte bleibt als Aufgabe. Darunter fällt auch die adäquate Vermittlung von Wissen über die Shoa an die mittlerweile dritte, vierte und darauf folgenden Nachkriegsgenerationen. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel hat seit Jahren eine <a href="http://www1.yadvashem.org/yv/en/holocaust/resource_center/faq.asp">FAQ zum Thema Holocaust/Shoa online</a>. 2011 erschien eine deutsche Version und seit drei Wochen ist die Publikation bei der Bundeszentrale für politische Bildung in einer zweisprachigen Ausgabe <a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/125737/der-holocaust">erhältlich</a>.</p>
<p><span id="more-1679"></span></p>
<p>32 der 37 auf der Internetseite von Yad Vashem gestellten Fragen fanden mal mehr, mal weniger stark überarbeitet ihren Weg in die Publikation. Diese richtet sich dabei weniger an ein Fachpublikum, sondern eher an eine breitere, interessierte Öffentlichkeit. Darunter dürften auch Pädagogen fallen, für die das Büchlein Hilfestellungen im Unterricht bieten kann.</p>
<p>Den Fragen ist eine programmatische Einleitung voran gestellt. Sie behandelt die Shoa mit einem klaren Gegenwartsbezug:</p>
<blockquote><p>Mehr als 65 Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches hat sich die Erinnerung an den Holocaust widersprüchlich entwickelt: Es gibt zwar eine Fülle von Museen, Gedenkstätten, Gedenktagen und Unterrichtseinheiten in Schulen. Der Holocaust ist überaus präsent in den Medien, und Begriffe, die mit ihm und dem Nationalsozialismus zusammenhängen, finden fortlaufend Anwendung in tagespolitischen Diskussionen. Der Holocaust wird aber so häufig bemüht und missbraucht, dass sich in Europa eine gewisse &#8216;Holocaust-Müdigkeit&#8217; breitmacht. Und dies, obgleich ausgesprochen viele Europäer, die doch an genau jenen Orten leben, an denen der Holocaust geplant und durchgeführt wurde, tatsächlich sehr wenig über den Mord an den Juden, seine Vorgeschichte und seine Nachwirkungen wissen.</p>
<p>Dieses Unwissen bereitet in wachsendem Maße den Boden für mehrere, zusammenhängende und beunruhigende Phänomene. Je geringer das Wissen über ein Ereignis ist, desto leichter ist es, dieses zu trivialisieren, zu manipulieren, zu verdrehen, oder gar zu leugnen &#8211; all dies trifft in Bezug auf den Holocaust viel zu häufig zu. Dieses Unwissen fördert auch eine Empfänglichkeit für die Argumente jener Menschen, die versuchen, sich der gesellschaftlichen Verantwortung für die begangenen Taten zu entziehen. Mit ihren unzutreffenden Vergleichen schmälern solche Menschen den Stellenwert des Holocaust. Andere wollen die Erinnerung an den Holocaust auf die Müllhalde der Geschichte verbannt sehen und behaupten, er besäße keinerlei Relevanz für ihr Leben.</p></blockquote>
<p>Anders gesagt: Die Aufklärung hat versagt, aber sie ist alternativlos. Dieser Dialektik sind dann auch solche Publikationen unterworfen, der sie sich zwar zu entziehen versuchen, letztlich aber die Aporie bestätigen. So heißt es auch folgerichtig weiter:</p>
<blockquote><p>Der Holocaust dient als symbolische Warnung an die Menschheit, und doch war diese Warnung nicht stark genug, andere Genozide oder genozidale Ereignisse in den letzten sechzig Jahren zu verhindern. (&#8230;) So wurden Millionen Menschen Opfer von Völkermorden in Kambodscha, Bosnien, Ruanda, und zuletzt in Darfur. In seiner Rhetorik und seinen Absichten ist auch der radikale Islam genozidal, und Terroristen, die in seinem Namen Anschläge ausführten, haben ein schaurige, Nazi-ähnliche Missachtung der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens zum Ausdruck gebracht.</p></blockquote>
<p>Die in Deutschland vor allem in linken Kreisen nach wie vor hart verteidigte These von der Singularität der Shoa verstellt eigentlich den Blick darauf, dass es ähnliche Ereignisse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges überall auf der Welt gegeben hat. Außerhalb Deutschlands wird dies etwas befremdend wahrgenommen; sei es in Yad Vashem oder im Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C., wo andere genozidale Ereignisse, wie der Genozid in Rwanda, zur festen Daueraustellung gehören. Das Vorbringen der These von der Singularität der Shoa diente hauptsächlich gegen Relativisten/Revisionisten wie Nolte oder Holocaustleugner wie David Irving, um die einzigartige Stellung der Shoa innerhalb der Menschheitsgeschichte deutlich zu machen. Diese Stellung wird heute von keiner ernstzunehmenden Seite mehr bestritten &#8211; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Historikerstreit">anders als noch in den 80er Jahren</a>. Das Gegenteil beabsichtigend, übersieht ein Festhalten an der Singularitätsthese allerdings nicht nur andere genozidale Ereignisse, sondern erbringt dem Staate Israel einen Bärendienst, weil sie auch die Möglichkeit eines <a href="http://www.welt.de/print-welt/article706570/Der-zweite-Holocaust.html">zweiten Holocausts leugnet</a> - trotz und obwohl Auschwitz sich nicht wiederholen lässt.</p>
<p>Zurück zu den FAQs. Inhaltlich lässt sich an den FAQs wenig kritisieren. Sie ist auf dem aktuellsten Stand der Forschung, sie bezieht Daten bis zum Jahr 2011 mit ein. Interessant sind vor allem die kontroversen Fragen, denen man sich zwar stellt, aber anderen Bereichen ungleich mehr Aufmerksamkeit widmet. So werden die Judenräte zwar behandelt, ihre Funktion innerhalb der Shoa ist seit Hannah Arendts Ausführungen bekannt und diskutiert, allerdings spürt man von der Brisanz der Frage nach der Kollaboration wenig,  zumal die Frage auf einer halben Seite abgehandelt wird. Auf der anderen Seite wird dem jüdischen Widerstand ausführlich Raum gegeben, was nur zu begrüßen ist, führt die Kenntnis über den jüdischen Widerstand hierzulande doch allzu oft ein Schattendasein. Aber auch bei dem Punkt des Widerstands wird eine konzise Darstellung vorgenommen: Obwohl angesichts des knappen Umfangs ein wenig ausführlicher auf den Ghettoaufstand in Warschau eingegangen wird, müssen andere, nicht weniger dramatische Ereignisse wie in Vilnius zum Beispiel, aus Platzgründen teilweise verkürzt dargestellt werden. Namen wie die von Aba Kovner, Shmerke Kaczerginski und Avrom Sutzkever bleiben unerwähnt, dafür finden die<a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/05/03/defiance-viel-feind-viel-ehr/"> Bielski-Brüder</a> Erwähnung.</p>
<p>Bei der Lektüre fällt auf, dass eine Frage nicht gestellt wird: Hat die deutsche Bevölkerung von der Shoa gewusst? Diese Frage wird seit den 90er Jahren auch recht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustkenntnis_von_Zeitzeugen#Literatur">gut untersucht und diskutiert,</a> es ist daher befremdlich diesen Teil der Geschichte außen vor zu lassen. Anders sieht es wiederum bei der Frage nach der Aktualität des Themas aus. Neben den Bezügen in der Einleitung ist diesem Punkt eine weitere Frage in dem Haupttext gewidmet.</p>
<p>Alles in allem ist es seine sehr knappe, konzentrierte und zielorientierte Publikation in einer sehr guten Übersetzung. Man wünscht sich am Ende einer jeden Frage einen Hinweis auf weiterführende Literatur, oder wenigstens am Ende eine knappe Literaturempfehlung. Auf beides muss verzichtet werden.  Das Büchlein ist dünn, es sind die drängendsten Fragen die behandelt werden. Die 48 Seiten mit Bildteil können kein geschichtswissenschaftliches Studium ersetzen, aber was kann das schon. Vielmehr will das Büchlein dort versuchen aufzuklären, wo Defizite noch nicht in Ideologie und sekundären Antisemitismus umgeschlagen sind. Nach der Lektüre hat man den Eindruck, dass der gewählte Ansatz dazu vielversprechend sein könnte.</p>
<p><em><a href="http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/125737/der-holocaust">Avraham Milgram, Robert Rozett (Hg.): Der Holocaust. FAQs &#8211; Häufig gestellte Fragen. Deutsch/Englisch. Aus dem Englischen übersetzt von Diane Coleman Brandt und Ursula Kömen. Bonn, 2012</a>. </em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1679/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1679/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1679&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Anmerkungen zu Monsieur Lazhar</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 19:59:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Die Kinder des Monsieur Mathieu]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Film Monsieur Lazhar hat was. David Kleingers Rezension passt schon ganz gut, würde ich sagen. Daher möchte ich mich auch nicht &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/04/15/anmerkung-zu-monsieur-lazhar/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1657&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft  wp-image-1659" src="https://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/04/la.jpg?w=206&h=300" alt="" width="206" height="300" />Der Film <em><a href="http://www.imdb.de/title/tt2011971/">Monsieur Lazhar</a> </em>hat was. <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,827097,00.html">David Kleingers Rezension</a> passt schon ganz gut, würde ich sagen. Daher möchte ich mich auch nicht lang mit einer weiteren Rezension aufhalten. Allerdings kamen mir noch ein, zwei Gedanken, die ich so noch nicht gelesen habe.</p>
<p>Mich hat nämlich die Erzählweise beeindruckt. Normalerweise setze ich mich in einen Film und die Handlung fängt an. Sie setzt ein mit einem lauten Knall, mal ist es leiser, mal ist es kompliziert, mal ist die Exposition klassisch, indem die Charaktere nach und nach vorgestellt und die eigentliche Handlung ausgerollt wird. Nicht so bei Monsieur Lazhar.</p>
<p><span id="more-1657"></span></p>
<p><strong>Erzählweise</strong></p>
<p>Man hat den Eindruck, man gesellt sich als Beobachter zu dem laufenden Geschehen, zufällig, nebenher, fast so, als käme man an eine Bushaltestelle und schnappte das gerade laufende Gespräch zwischen zwei anderen Wartenden auf. Die Handlung muss nicht an Fahrt aufnehmen, man hat nicht den Eindruck, man schaue hier einer künstlichen Geschichte zu. Ebenso sanft rollt dann auch das Geschehen aus. Die Charaktere sind sehr tief gezeichnet, so tief, dass man sich ohne Weiteres vorstellen kann, wie ihre Geschichte weiter gehen würde. Man bekommt auch von der Vorgeschichte zu hören, vor allem von Monsieur Lazhar, aber auch von anderen Charakteren. Man hat das Gefühl, hier rollen zwei Ereignisstränge aufeinander zu, laufen eine Zeit lang parallel zueinander und lösen sich nach einer Weile wieder, und diese Weile des Zusammenseins wird dem Zuschauer erzählt. Wenn ich das in der Form schon einmal im Kino gesehen habe, dann kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Vom Inhaltlichen her beeindruckt die Story, sie handelt von Generationsdifferenzen und Kulturdifferenzen, ohne die Gemeinsamkeiten aus dem Blick zu verlieren. Die Erzählweise hingegen fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, sie ist unauffällig und dezent. Sie gibt dem Erzählten eine sehr sanfte Form, die den Inhalt präsentiert, als gehöre zu dem Film nicht auch der Zuschauer, ja, man hat den Eindruck, die Geschichte käme ohne Weiteres auch ohne Zuschauer aus. Und am Schluss ist man froh, zugeschaut zu haben.</p>
<p><strong>Parallelen</strong></p>
<p>Man könnte manchmal an den 2004 erschienenen Film <em><a href="http://www.imdb.de/title/tt0372824/">Die Kinder des Monsieur Mathieu</a> </em>denken. Auch hier wird die Geschichte eines Lehrers und seiner Schulklasse erzählt. Allerdings ist einer der auffälligen Unterschiede eben die Erzählweise. Die ist bei den <em>Kindern des Monsieur Mathieu</em> sehr deutlich und klar abgegrenzt. Das Ende der Binnenerzählung ist klar abgetrennt von dem Geschehen vorher und nachher; teilweise kommt auch die Frage nach einer Vorgeschichte der Charaktere nicht auf. Dabei ähneln sich die Filme in erstaunlicher Weise: Es geht um eine spezielle Lehrer-Schüler Beziehung, es geht um Traumatisierung und der Umgang damit, es geht um die Frage nach dem richtigen Umgang mit Problemkindern und um unterschiedliche Erziehungsstile. Bleibt man bei diesem Paradigma, dann fällt einem <em><a href="http://www.imdb.com/title/tt0053198/">Le Quatre Cent Coups</a></em> ein, der ebenfalls aus dem französischen Sprachraum kommt und sich mit Pädagogik und ihren Grenzen beschäftigt. Truffauts Film ist gleichfalls Stichwortgeber gewesen für ein ganzes Filmgenre, der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/French_New_Wave">French New Wave</a>, davon sind <em>Monsieur Lazhar</em> oder <em>Die Kinder des Monsieur Mathieu</em> weit entfernt. Die Parallelen und Interdependenzen sind jedoch augenfällig und interessant. Sie zeigen, dass <em>Monsieur Lazhar</em> Vorläufer hat und nicht im luftleeren Raum hängt. Dabei braucht er sich nicht zu verstecken, sondern reiht sich anstandslos ein.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1657/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1657/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1657&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Grasses Gedicht</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 13:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Soviel Unsinn auf einem Haufen: Das Gedicht von Grass wandert heute und die nächsten Tage wohl durch die Feuilletons. Eine lyrische &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/04/04/grasses-gedicht/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1652&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soviel Unsinn auf einem Haufen: Das Gedicht von Grass wandert heute und die nächsten Tage wohl durch die Feuilletons. Eine lyrische Antwort gibt es von Wolfgang Schnier bereits heute: <a href="http://tintenblut.wordpress.com/2012/04/04/der-wind-durch-hesekiels-skelette/">Klick</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1652/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1652/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1652&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Punks und ihre Vampire: Spass dabei &#8211; Tanz mit mir</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 22:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft et cetera]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumterror]]></category>
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		<category><![CDATA[Spass dabei]]></category>
		<category><![CDATA[Stephenie Meyer]]></category>
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		<description><![CDATA[Vampire haben eine ganz eigene Kulturgeschichte, die mittlerweile bis in die Popkultur hinein ragt. Seit einiger Zeit könnte man auf die &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/04/02/punks-und-ihre-vampire-spass-dabei-tanz-mit-mir/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1624&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vampire haben eine ganz <a href="http://elib.at/index.php?title=Schauplaetze_osteuropaeischer_Vampirliteratur_-_Suedamerika_-_Christoph_Augustinowicz_-_2003">eigene Kulturgeschichte</a>, die mittlerweile bis <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,736440,00.html">in die Popkultur</a> hinein ragt. Seit einiger Zeit könnte man auf die Idee kommen, dass Vampire teilweise Eigenschaften <span style="line-height:24px;">haben</span>, wie sie in anderen Kulturen auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trickster">Trickster</a>-Figuren zugeordnet werden. Diese sind Figuren, kurz gefasst,  die sowohl positiv konnotierte oder &#8220;gute&#8221; und negativ konnotierte oder &#8220;böse / verwerfliche&#8221; Eigenschaften miteinander vereinen. Sie sind somit weder eindeutig Gut oder Böse, sondern irgendwo dazwischen. Sie greifen in das Schicksal der Menschen ein, mal auf der einen oder anderen Seite. Vielfach hat man den Eindruck, als wirke das Schicksal selbst durch sie hindurch, und so bringen sie dem einen Glück, dem anderen Unglück. Dies ist jedoch nur ein Aspekt von einem Trickster, der vielfältiger und mehrdimensionaler daherkommt als manch anderer Mythos. Lediglich in dem christlichen Kulturbereich verloren <span style="line-height:24px;">diese Figuren </span>mit der Zeit  ihre Wechselseitigkeit und Ambiguität und wurden dadurch eindeutig negativ und verwerflich konnotiert.</p>
<div id="attachment_1636" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class=" wp-image-1636 " src="https://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/04/spass1.jpg?w=640&h=634" alt="" width="640" height="634" /><p class="wp-caption-text">Cover des Booklets</p></div>
<p>Das popkulturelle Spiel mit dem &#8211; zumindest berüchtigten &#8211; Vampir, der doch eigentlich ganz liebenswert daher kommt, ist keine reine Erfindung dieses Jahrtausends und es gibt einige nicht so bekannte Beispiele wie das von US-Autorin Stephenie Meyer mit ihrer<em>Twilight </em>Reihe. Irgendwann in den 90ern erschien eine CD der Gruppe &#8220;Spass dabei&#8221;, in deren Booklet weder das Jahr noch eine eindeutige Bandhistorie nachvollziehbar ist (auf der CD selbst ist allerdings eine laufende Nummer mit dem Jahr 1996 angegeben); lediglich ein Name samt einer Anschrift in Frankenthal und Telefonnummer werden genannt. Außer dieser CD habe ich von der Gruppe nie wieder etwas gehört. Auf dieser CD ist ein hochinteressantes Lied, das den Vampir genau mit den oben beschriebenen ambivalenten Eigenschaften ausstattet und mit ihnen spielt:</p>
<p><span id="more-1624"></span></p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/04/02/punks-und-ihre-vampire-spass-dabei-tanz-mit-mir/"><img src="http://img.youtube.com/vi/g3DDGHr6tac/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Hier werden verschiedene Bedeutungsebenen miteinander verwoben. Die eine, offensichtliche, erzählt aus der Ich-Perspektive von einem Vampir, dessen Qual der Einsamkeit in dem Augenblick des Liedes ein Ende finden soll. Es beschreibt den Weg des Ichs zu einem Du und erzählt in der zweiten Strophe den Ablauf des Bisses, der das ich mit dem Du &#8216;für die Ewigkeit&#8217; verbindet. Direkt zu Beginn wird &#8216;Gott&#8217; als der einzige eindeutig negativ konnotierte Begriff in dem ganzen Lied eingeführt;  in direktem Zusammenhang mit dem &#8216;grellen Licht&#8217;. Somit wird eine Umdeutung vorherrschender Deutungen vorgenommen, die auch irgendwie zu dem Cliché des Vampirs als religiöser Outlaw passt. Mit wenigen Pinselstrichen wird klar: Das Ich ist ein Außenseiter, aber es ist auch einsam; trotz seines Außenseiterums hat es ein langes Leben ohne einen Gott. Das &#8216;lange Leben&#8217; suggeriert ein Wissen, wonach der Atheismus  eine Plausibilität erlangt, die bereits an eine Gewissheit denken lässt. Kurz gesagt, &#8216;Gott&#8217; ist kein positiv besetzter Begriff,  und <span style="line-height:24px;">die Feststellung, dass das Ich nicht an Gott glaubt, dient zur Abgrenzung und zur </span><span style="line-height:24px;">näheren Charakterisierung des Ichs. Gleichzeitig werden Begriffe, die nicht unbedingt eine positive Konnotation mitbringen, umgedeutet. </span><span style="line-height:24px;"> In einer r</span><span style="line-height:24px;">omantisch-verklärenden Sichtweise miteinander verbunden werden die Begriffe „tanzen“, „Untergang“, &#8220;dunkle Nacht&#8221;, &#8220;Blut&#8221;/&#8221;Lust&#8221;, „Mondenschein“, „hypnotisiert“, „Ewigkeit“/“Leben lang“ &#8211; der Ausdruck „stille Einsamkeit“ ist zumindest ambivalent. Es wird eine umfassende Umdeutung bestehender Wertemuster vorgenommen: &#8216;Gott&#8217; wird abgewertet, &#8216;Licht&#8217; nur als &#8216;grell&#8217; wahrgenommen, &#8216;Blut&#8217; wird mit &#8216;Lust&#8217; verknüpft, der &#8216;Untergang&#8217; wird als erstrebenswertes Ziel verfolgt. Somit wird letztlich der Rezipient verunsichert, wie er die einzelnen Elemente in moralischen Kategorien einordnen soll; sie verschwimmen miteinander und werden durch und durch ambivalent: Gut wird Böse, Anrüchiges wird Erstrebenswert. Eine ähnliche Umdeutung  christlicher Metaphorik und Vermischung der eigentlich durch diese Metaphorik suggerierte klare Trennung zwischen Gut und Böse </span><span style="line-height:24px;">findet man bereits in dem 1992 erschienen Film </span><em>Bram Stoker&#8217;s Dracula</em><span style="line-height:24px;"> von Francis Ford Coppola. Die christliche Symbolik von Kreuz, Blut und Weihwasser wird einer Verfremdung und letztlich Umdeutung unterworfen, die die klaren moralischen Grenzen verschwimmen lassen. </span></p>
<p>Wie man das Lied interpretieren möchte &#8211; und es gibt verschiedene Ansätze, die sich ineinander verschränken -, es gibt ein die unterschiedlichen Interpretationen verbindendes Motiv: Das Lied berichtet von einer Sehnsucht des Ichs, geboren aus dessen Einsamkeit, und dem erhofften und gewünschten Ende dieser Einsamkeit durch die Vereinigung mit dem Du. Das Motiv der Einsamkeit ist die Einzigartigkeit des Ichs in seinem Dasein als Vampir. Diese Einsamkeit wird durch die ersten Strophen charakterisiert: Das Ich glaubt nicht an Gott und muss grelles Licht meiden. Die Einsamkeit ist in dem Rahmen des Liedes total, da das Du nur als Nichtvampir zu denken ist. Das Alleinsein ist charakterisiert durch das Vampirsein, also durch die absolute Andersartigkeit des Ichs. Daraus speist sich letztlich die Sehnsucht. Diese Sehnsucht überträgt sich damit auf das Du, es wird der Fluchtpunkt des Liedes; die entscheidenden Zeilen der zweiten Strophe „Jetzt gehörst du mir/ und wir tanzen durch die Nacht“ verdeutlichen dies. Seine Darstellungskraft erhält das Moment der Sehnsucht durch den durchweg im Präsens gehaltenen Aussagen; nur zwei Verse stehen im Perfekt. Der Abstand zwischen dem Ich und dem Zuhörer wird verringert, die beschriebene Handlung vollzieht sich im Moment des Zuhörens. Dadurch kann eine Identifizierung mit dem Ich leichter stattfinden; die Sehnsucht nach dem Du kann sich leichter auf den Zuhörer übertragen, das Lied wird individuell codierbar.</p>
<div id="attachment_1638" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-1638" src="https://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/04/spass2.jpg?w=791" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Rückseite des Booklets</p></div>
<p>Man kann das Lied als eine Liebeserklärung der anderen Art deuten. Das Ich möchte zu dem Du – fast die gesamte zweite Strophe handelt von einem Wir, die Beziehung zwischen dem Ich und Du wird durchweg positiv aufgefasst. Mit dem Hypnotisieren wird eine Verführung umschrieben, der Tanz wird zur Metapher für das gemeinsame Leben. Die Besiegelung des Liebesverhältnisses läuft über Blut – das Vampir-Ich beißt in den Hals des Du, weil es nicht mehr anders kann, fortan tanzen sie ein Leben lang – und das ist eindeutig christlich konnotiert: „Tanze mit mir in den Untergang“ ist eine etwas düstere Umschreibung des christlichen Treueschwurs „bis in den Tod“. Auch die Konstellation Vampir – Nichtvampir wird gegen Ende aufgehoben; durch den Biss wird das Du ebenfalls zum Vampir, die Konstellation Ich-Du wird zu einer Schicksalsgemeinschaft, die nicht mehr umzukehren ist. Das christliche Versprechen „bis in den Tod“ wird verstärkt und überhöht. Die Einsamkeit des Ichs wird dadurch aufgehoben, dass das Du ebenfalls zu einem Vampir wird; überspitzt könnte man sagen, dass das Du erst genau so werden muss wie das Ich. Ich problematisiere dies gleich, doch zuerst noch ein Wort zu der christlichen Metaphorik: Diese kommt scheinbar durch die Hintertür wieder in die Motivation des Ichs hinein, das sich ja bereits in der ersten Zeile von einem Gott los gesagt hatte. Man kann das in zwei Richtungen interpretieren. Entweder ist der Text inkonsequent und unschlüssig. Damit wäre das Motiv &#8216;bis in den Tod&#8217; als ein religiöses verstanden, auf das dann doch zurück gegriffen wird. Oder man versteht dieses &#8216;bis in den Tod&#8217; als ein extrareligiöses Prinzip, auf das sowohl christliche  Motive zurückgreifen, als auch areligiöse Moralvorstellungen Zugriff haben. Wie man es auch deuten mag, es ist eine deutliche Nähe zur religiösen Metaphorik zu erkennen, die das Ich davon nicht derart unabhängig erscheinen lässt, als zuerst suggeriert.</p>
<p>Jedoch drängt sich noch eine zweite Interpretationsebene auf. Man kann das Lied als eine ästhetisierte Umschreibung einer Vergewaltigung interpretieren. Dabei ist das Ich alleine der Handlungsträger, das Du bekommt einen Objektstatus und bleibt letztlich statisch und wird nicht weiter charakterisiert; lediglich das Ich durchlebt eine Veränderung, das Du ist Mittel zum Zweck. Durch die Tat werden Ich und Du aneinander gebunden und zu der beschriebenen Schicksalsgemeinschaft gezwungen. Der egoistische Trieb des Vampirs nach Blut, das sein Überleben sichert, wird zur Chiffre des Sexualtriebs. Ein Opfer, das hypnotisiert ist, ist auch gleichzeitig paralysiert. Der Tanz durch die Nacht wird zum Sexualakt, dem sich das Du nicht entziehen kann; der Untergang ist das Schicksal des Opfers, das ein Leben lang währt. Deutlich ist das Vampir-Ich männlich konnotiert, das Opfer-Du weiblich; nicht zuletzt auch wegen der männlichen Gesangsstimme. Aber auch ohne diese sind die Assoziationen klar festgelegt. Der Vers &#8216; Du bist die Geisel meiner Macht&#8217; lässt eine kaum zu steigernde Hierarchie erkennen, die nur noch durch das Abhängigkeitsverhältnis des Du zum Ich überboten wird, das schwerlich Interpretationsspielraum übrig lässt.</p>
<p>Aus Gender-Sicht hat das Lied nicht viel Innovatives zu bieten; es ist ein weiteres Indiz dafür, dass spätestens mit den 90er Jahren Punk reaktionär geworden ist. Ein alternatives, modernes Rollenverständnis, wie es zum Beispiel die Band <em>Roving Bottles</em> bereits in den 90ern verkörperten, sucht man hier vergeblich.</p>
<p>Mir scheint, als würde das Lied eine Überlagerung dieser beiden Interpretationsansätze suggerieren, die beiden Ansätzen die Spitze nimmt, damit aber umso deutlicher das eingangs erwähnte Sehnsuchts-Motiv unterstreicht. Das macht das Lied letztlich auch so interessant. Im Lichte der fortwährenden Umdeutungen von tradierten Bedeutungsmustern kann man auch nicht so ohne weiteres an dem Topos einer Vergewaltigung festhalten. Das Du leistet keinerlei Widerstand und es fehlen jegliche Hinweise, die eine direkte oder indirekte Ablehnung  suggerieren würden. Auch deutet das  dem Biss direkt folgende ‚und wir tanzen durch die Nacht‘ mit der positiven, hier hochromantischen Konnotation, in die Richtung einer gegenseitigen Kooperation. Aus dem Gesamtkontext heraus lässt sich daher eher an eine Verführung denken.  Es bleibt die Identifizierung mit dem Ich und die daraus mögliche Übertragung der Sehnsucht auf den Zuhörer mit einer stark erotischen Metaphorik. Das Du behält den Objektstatus bei und wird nicht näher beschrieben &#8211; und wird dadurch erst variabel und individuell codierbar. Auch suggeriert gegen Ende das ‚wir‘ eine Aufhebung der Sehnsucht und des Alleinseins des Ichs.  Das Lied wird zu einer Erotisierung des Vampirmotivs, das wiederum als Toposgeber für die die unterschiedlichen Ebenen des Liedes verbindende Sehnsuchtsthematik dient.  Das induzierte Gefühl der Sehnsucht überlagert die beiden Ebenen und wird somit zur Kernbotschaft des Liedes.</p>
<p>Nicht zuletzt wäre zu überlegen, ob das Lied eventuell eine extrem ästhetisierte Variante des Stoffs darstellt, wie er zum Beispiel auch in einem Lied der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=x5M0mtx-PwQ">Wohlstandskinder</a> vorkommt.</p>
<p><em>Spass Dabei &#8211; Tanz&#8217; mit mir (1996; Lost &amp; Found Records) </em></p>
<p>Ich glaube nicht an Gott<br />
und ich hasse grelles Licht<br />
In meinem langen Leben<br />
hab ich schon einige erwischt<br />
doch in dieser neuen Zeit<br />
da hab ich‘s furchtbar schwer<br />
ich leb‘ in stiller Einsamkeit<br />
und ich will jetzt nichtmehr<br />
Ich fliege durch die dunkle Nacht<br />
mein Weg führt mich zu Dir<br />
plötzlich bist du aufgewacht<br />
und vor dir steht ein Vampir</p>
<p>Tanze mit mir in den Untergang<br />
Tanze mit mir in den Untergang</p>
<p>Ich nehm dich in meinen Arm<br />
hab dich schon hypnotisiert<br />
ich spür dein Blut<br />
es ist ganz warm<br />
du weißt was jetzt gleich passiert<br />
unsere Schatten steh‘n im Mondenschein<br />
dein Hals der macht mich an<br />
und ich beiße voller Lust hinein<br />
weil ich nicht mehr anders kann<br />
Jetzt gehörst du mir<br />
und wir tanzen durch die Nacht<br />
Denn ich bin dein Vampir<br />
Du bist die Geisel meiner Macht</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1624/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1624/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1624&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>DSA-Romane an amerikanischen Unis?</title>
		<link>http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/03/27/dsa-romane-an-amerikanischen-unis/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 15:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angespielt]]></category>
		<category><![CDATA[Pop & Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensiert & Besprochen]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wieser]]></category>
		<category><![CDATA[Wizko]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit studierte ich ein paar Semester in den USA. Ab und an bekomme ich einige Anfragen von drüben. &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/03/27/dsa-romane-an-amerikanischen-unis/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1608&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit studierte ich ein paar Semester in den USA. Ab und an bekomme ich einige Anfragen von drüben. Dieses Mal: Ein befreundeter Germanistik-Professor möchte die dortige Universitätsbibliothek mit Büchern aus dem deutschen Fantasy-Bereich ergänzen, um den Studenten ein möglichst breites Angebot an Lesematerial an die Hand zu geben. Budgetprobleme gibt es keine und so soll  ich nun die Bücher empfehlen, da er sich im Bereich Fantasy nicht auskennt.</p>
<p>Eigentlich würde sich für mich ja anbieten, aus der Welt des Schwarzen Auges etwas zu empfehlen, bin ich doch aktiver Spieler und habe hier schon über <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/07/23/hjaldinger-saga-ii-sturm-buchbesprechung/">DSA-Romane</a> und <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2010/03/31/das-digitale-rollenspiel-heute-und-damals/">Spieleindrücke</a> geschrieben.</p>
<p>Ich werde ihm jedoch ausdrücklich von momentanen DSA-Publikationen abraten.</p>
<p><span id="more-1608"></span></p>
<p>Fantasy-Autoren, die zu Zeiten veröffentlichen konnten, als die DSA-Buchsparte noch beim Heyne-Verlag lag, hätten durchaus etwas zu bieten gehabt: Karl-Heinz Witzkos &#8220;Westwärts, Geschuppte&#8221; kann man nicht laut genug loben, ebenso seine Dajin-Reihe. Hadmar von Wiesers epische Erzählung vom größten Helden Aventuriens und sein unvollendeter Zyklus &#8220;Elementare Gewalten&#8221; wären ebenfalls ganz oben auf meiner Empfehlungsliste. Auch Bernhard Hennens Romane sind besonders lesenwert gewesen. Auch &#8216;Das Greifenopfer&#8217; von Thomas Finn darf hier nicht fehlen. &#8216;Das zerbrochene Rad&#8217; von DSA-Mitbegründer Ulrich Kiesow ist, erschienen im Heyne-Verlag 1997,  teilweise  noch erhältlich. Die Titel sind gut zu lesen, bieten sich auch als fremdsprachige Literatur an, um Lesepraxis zu trainieren. Das obligatorische und damals sehr umfangreiche Glossar am Ende dieser Bücher erklärt auch das wichtigste, um sich in der Welt zurecht zu finden, wenn man nur das Buch zur Verfügung hat. Und für die Bücher aus der Heyne-Zeit gilt: Sie wurden lektoriert.</p>
<p>Das kann man mittlerweile nur noch schwerlich unterstellen. Mein trauriger Rekord bei einem Buch, das 2008 erschienen ist: 3 aneinander hängende Seiten ohne Fehler. Die meisten Fehler sind von der Sorte, wie sie Rechtschreibkorrekturen durchlassen, <em>und </em>und <em>uns</em>, <em>die </em>und <em>der</em>, <em>mit </em>und <em>man</em>, undsoweiter werden miteinander vertauscht. Dazu noch ein paar Verwechslungen in den handelnden Personen und fertig ist der Roman. Die Story war durchaus spannend und interessant. Aber so etwas kann man einfach nicht empfehlen.</p>
<p>Seit einiger Zeit ist eine Entprofessionalisierung bei der Printsparte von DSA zu beobachten. In regelmäßigen Abständen werden Autoren, die eine langjährige Erfahrung mitbringen, achtkantig heraus geworfen. Für Außenstehende mit teilweise sehr fadenscheinigen Begründungen. Gleichzeitig konzentriert man sich auf die Werke von Amateuren: Leute, die mit Herzblut dabei sind und ihre Zeit und Energie opfern, um &#8216;ihr Projekt&#8217; zu verwirklichen. Für solche Autoren ist es eine Form der Anerkennung, ihr Werk zwischen zwei Buchdeckeln gedruckt zu sehen. Davon leben müssen sie ja nicht, und so gewinnen scheinbar beide Seiten. Die eine bekommt ihren Namen auf einen Buchdeckel, die andere billigen Nachschub, den man zu Geld machen kann. Diese Strategie wird bereits seit einiger Zeit gefahren. Inhaltlich kommen so durchaus exzellente und die Spielwelt in höchstem Maße bereichernde Romane  heraus. Hört man aber einmal bei dem ein oder anderen Autor nach, der schon etwas länger im Geschäft ist, so erfährt man, dass seit 2000 das Honorar mit jedem Verlagswechsel stetig gesunken ist. Für Leute, die davon leben müssen, lohnt sich das Schreiben für DSA nicht mehr. Daher gibt es auch kaum mehr professionelle Autoren. Dabei erscheinen durchaus auch heute Romane in besserer Qualität als der Durchschnitt. Insgesamt ist das Bild jedoch nicht eindeutig; die Qualität scheint davon abzuhängen, ob die AutorInnen in der Lage sind, privat ein Lektorat im Freundes- und Bekanntenkreis zu organisieren. Professionalität sieht anders aus.</p>
<p>Da <span style="line-height:24px;">aber</span><span style="line-height:24px;"> </span> DSA <span style="line-height:24px;">nun einmal </span>zum deutschen Fantasy-Spektrum gehört, und man eine Auswahl ohne DSA-Romanen nicht repräsentativ nennen könnte, werde ich einmal sehen, welche älteren Titel sich antiquarisch auftreiben lassen. Man mag DSA schon alles Gute und vor allem viele neue LeserInnen wünschen, hierzulande und in Übersee. Aber mir scheint, das eigentliche Problem liegt woanders. Vielleicht könnte man ja Heyne fragen, ob sie wieder ein paar DSA-Bücher veröffentlichen wollen. Quasi in Gedenken an bessere Zeiten und so.</p>
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		<title>Wahlen im Saarland</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 21:03:13 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gesellschaft et cetera]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Untergang der Jamaika-Koalition war ja vorherzusehen. Wie es jetzt weiter geht, leider auch. Nach den neuesten Umfrageergebnissen wird es &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/03/13/wahlen-im-saarland/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1597&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1598" title="" src="https://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/03/hc3b6lle.jpg?w=791" alt=""   />Der Untergang der Jamaika-Koalition war ja <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/10/11/gruner-blindflug-voraus/">vorherzusehen.</a> Wie es jetzt weiter geht, leider auch. Nach den <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm">neuesten Umfrageergebnissen</a> wird es nur noch vier Parteien im saarländischen Landtag geben: SPD, CDU, LINKE, und die Piraten. Die Grünen dümpeln bei 4% vor sich hin, die FDP teilt das gleiche Schicksal wie die Grünen und sind in der Bedeutungslosigkeit versunken &#8211; und noch weiter, sie ist von 2% auf 1% abgetaucht. Damit hat die NPD in  der neuesten Umfrage mehr Zustimmung. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.</p>
<p><span id="more-1597"></span></p>
<p>Nachdem man sich die Zahlen genüsslich angesehen hat, macht sich allerdings auch gleich Ernüchterung breit. Die Große Koalition ist so gut wie ausgekaspert. Die hätte es ja schon im Januar geben können, allerdings nicht mit einem Ministerpräsidenten Heiko Maas. Dieser wiederum wird den Teufel tun und sich Oskar Lafontaine als Sidekick in eine Koalition holen. Sollten die Piraten nun doch knapp an der 5% Hürde scheitern, dann säßen auf den Oppositionsbänken ein paar verstreute Leute von der Linkspartei, die mit 15, höchstens 16% in den Landtag einziehen werden. Betrachtet man sich das von heute aus, kann man sich eigentlich nur noch Fremdschämen. Interessant ist noch anzumerken, dass der eigentliche Wahlverlierer die Linke ist (von der FDP und der Mülltrenner-FDP redet man ja schon nicht mehr). Die Linke verliert beinahe 7 % gegenüber ihrem Ergebnis bei den Landtagswahlen 2009 &#8211; und die CDU, die mit ihrem Jamaika-Projekt ebenso gescheitert ist wie die anderen beiden Koalitionspartner, kann überraschend zulegen. Es wird also lediglich ein Kopf an Kopf Rennen, wer vorne liegt und somit den Ministerpräsidenten stellen wird. So wie es aussieht, wird  Annegret Kramp-Karrenbauer das gleiche Schicksal erleiden wie ihr sozialdemokratischer Vorgänger Klimmt, der das Amt auch bloß erbte und die nächsten Wahlen nicht überstand. Die Bauchlandung ist nur etwas spektakulärer.</p>
<p>Von hier aus sieht es so aus, ob man die Entscheidung zwischen einer oder zwei Oppositionsparteien im Landtag hat. Vielmehr kommt wohl nicht dabei rum.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/undertakethislaw.wordpress.com/1597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/undertakethislaw.wordpress.com/1597/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1597&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Das ist die Perfekte Welle</title>
		<link>http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/01/10/das-ist-die-perfekte-welle/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 15:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Pop & Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Juli]]></category>
		<category><![CDATA[Liedinterpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Life]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<category><![CDATA[Perfekte Welle]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus irgendeinem Grund höre ich in unterschiedlichen regionalen und überregionalen Radiosendern das Lied &#8216;Perfekte Welle&#8216; von Juli wieder öfters &#8211; &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2012/01/10/das-ist-die-perfekte-welle/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1573&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><img class="size-full wp-image-1575 alignright" src="http://undertakethislaw.files.wordpress.com/2012/01/cover-perfektewelle.jpg?w=791" alt=""   />Aus irgendeinem Grund höre ich in unterschiedlichen regionalen und überregionalen Radiosendern das Lied &#8216;<a href="http://www.juliwiki.de/Perfekte_Welle_(Single)">Perfekte Welle</a>&#8216; von Juli wieder öfters &#8211; allein in den letzten vier Tagen mindestens fünfmal. Das nehme ich zum Anlass, einen Essay in einer leicht überarbeiteten Version zu veröffentlichen, den ich schrieb, als das Lied relativ aktuell gewesen ist. Von allen Versionen, die man auf youtube finden kann (oder könnte, je nach Laune der Gema), würde ich gerne eine Version in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ueDX6Zt6S_g">Afrikaans</a> erwähnen, die die Melodie unverändert übernimmt, textlich aber, soweit ich das sehe, leicht variiert. </em></p>
<p><span id="more-1573"></span></p>
<p>Perfekte Welle</p>
<p>Mit jeder Welle kam ein Traum,<br />
Träume gehen vorüber,<br />
dein Brett ist verstaubt,<br />
deine Zweifel schäumen über,<br />
hast dein Leben lang gewartet,<br />
hast gehofft, daß es sie gibt,<br />
hast den Glauben fast verloren,<br />
hast dich nicht vom Fleck bewegt.</p>
<p>Jetzt kommt sie langsam auf dich zu,<br />
das Wasser schlägt dir ins Gesicht,<br />
siehst dein Leben wie ein Film,<br />
du kannst nicht glauben, dass sie bricht.</p>
<p>Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
lass dich einfach von ihr tragen,<br />
denk am besten gar nicht nach.<br />
Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
es gibt mehr als du weißt,<br />
es gibt mehr als du sagst.</p>
<p>Deine Hände sind schon taub,<br />
hast Salz in deinen Augen,<br />
zwischen Tränen und Staub,<br />
fällt es schwer oft dran zu glauben,<br />
hast dein Leben lang gewartet,<br />
hast die Wellen nie gezählt,<br />
das ist alles nicht gewollt,<br />
hast viel zu schnell gelebt.</p>
<p>Jetzt kommt sie langsam auf dich zu,<br />
das Wasser schlägt dir ins Gesicht,<br />
schließt dein Leben wie ein Film,<br />
du kannst nicht glauben, dass sie bricht.</p>
<p>Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
lass dich einfach von ihr tragen,<br />
denk am besten gar nicht nach.<br />
Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
es gibt mehr als du weißt,<br />
es gibt mehr als du sagst.</p>
<p>Du stellst dich in den Sturm und schreist,<br />
ich bin hier ich bin frei,<br />
alles was ich will ist Zeit,<br />
ich bin hier ich bin frei,<br />
Du stellst dich in den Sturm und schreist,<br />
ich bin hier ich bin frei,<br />
ich bin hier ich bin frei.<br />
Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
lass dich einfach von ihr tragen,<br />
denk am besten gar nicht nach.</p>
<p>Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag,<br />
es gibt mehr als du weißt,<br />
es gibt mehr als du sagst.</p>
<p>Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag dafür.<br />
Das ist die perfekte Welle,<br />
das ist der perfekte Tag</p>
<p style="text-align:right;"><em>Mein Flügel ist zum Schwung bereit<br />
ich kehrte gern zurück<br />
denn blieb ich auch lebendige Zeit<br />
ich hätte wenig Glück</em><br />
Gershom Scholem, Gruß vom Angelus<em></em></p>
<p align="right"><em> </em></p>
<p>Bei manch großen Theorien der Geschichte und des Zusammenlebens der Menschen bin ich versucht, sie im Kleinen anzuwenden, sie statt auf der Makroebene des Sozialen in der Mikroebene des Individuums zu versuchen. Sie haben den Reiz, sich der Illusion hingeben zu können, sie erklärten ebenso wie das große Ganze auch die kleinen Splitter, sie können dem Bedürfnis entgegenkommen, der fragmentarischen Wirklichkeit des Einzelnen Ordnung und Struktur, Erklärungsentwürfe und einen Sinnzusammenhalt zu verleihen.</p>
<p>Popsongs und mit ihnen Popkultur gehören dem Reich des Flüchtigen an, diese Musik lebt für den Augenblick, sie ist sein Ausdruck, die Takte pulsieren wie ein Pulsschlag – Mode folgt auf Mode, und nach einem Kosten, nach einem Atemzug verfliegen ihre Melodien mit der Leichtigkeit, der sie entsprungen sind. Popsongs sind selten mehr als eine Momentaufnahme, mehr als ihren Inhalt transportieren sie durch ihre Form die Vergänglichkeit. Sie haben erst gar nicht den Anspruch auf Wiederkehr, auf Ewigkeit, sie sind dem Hier und Jetzt zugewandt, sie verbrennen sich selbst im Zeitgeist, sie haben ihren Anteil an der Gegenwart und erheben keinen Anspruch auf die Zukunft, sie wecken Bedürfnisse und werden konsumiert, sie sind Waren einer Industrie, die sie unentwegt ausspuckt und den Lidschlag des Augenblicks in ihre Dienste stellt. Durch ihrer Hinwendung auf das Gegenwärtige, ihre Möglichkeit, Gefühle, Eindrücke und Empfindungen mit Druck auf die Play-Taste hervorzurufen, sind sie in erster Linie ein Symbol für das dem Leben zugewandte Bewusstsein, welches sich dem Moment hingibt und in ihm aufzugehen wünscht. Unabhängig davon, ob die Lieder angenehme oder unangenehme Gefühle transportieren, sind sie Ausdruck von Lebensfreude.</p>
<p>Manchmal geschieht es, dass ich durch einen unverhofft guten Liedtext auf mich selbst zurückgeworfen werde. Ich stelle mir Fragen, die in mir schlummerten, die aber eines Katalysators benötigten, um sie frei zu legen.</p>
<p>I.</p>
<p>Wie viele Arten von Wellen hat eigentlich ein gewöhnliches Menschenleben? Sind es – frei entlehnt bei Fernand Braudel – drei Arten? Die oberflächliche Kräuselung jeden Tag, das tägliche Auf und Ab, das sich Ärgern über Mitmenschen und das Freuen über Nähe und Geborgenheit; dann Trends, die Entwicklungen, worunter die pubertären Schübe ebenso fallen würden wie Lebensabschnitte und –tragödien, menschliche Erfahrungen und Schnitte, neuralgische Punkte in einem jeden Leben, Midlife Crises genauso wie die Erste große Liebe? Sind letztlich auch die Ideen, das Konzept eines Menschen, wie eine Welle? Eben diese Ideen, an denen sich die Menschen orientieren, die ihnen Halt im Leben vermitteln, die sie sich zu Eigen machen und modifizieren, die sie trainieren, die sie anpassen und – dies alles mehr oder weniger unbewusst – in ihrem Weltbild als Tapete benutzen und von Zeit zu Zeit erneuern – muß man auf diese Wellen auch warten, sie suchen und finden? Muß man an sie erst ´glauben´, damit sie ´erscheinen´, oder sind sie gleichfalls da, wenn man sie nicht erwartet, ersehnt oder erhofft?</p>
<p>II.</p>
<p>Wie das Leben so die Traufe. Wen das Leben überrascht, beißen die Hunde. Oder die Letzten.  Oder so ähnlich. Hat nicht jeder einmal sein Leben <em>wie ein Film</em> an sich vorbeiziehen sehen, damals, in wilden Jugendtagen, als das Leben noch besenrein war, die Sorgen sich noch leicht mit dem Morgenrot vertreiben ließen, der Ernst des Lebens zwar an der Tür klopfte, jedoch nach wie vor im Notfall an die der Eltern?  Nein? Vielleicht muß man das auch nicht, um zu begreifen, dass Chancen im Leben nicht ewig auf den Wellenreiter warten und man manchmal nicht die Zeit zum Nachdenken hat, um auf die Welle aufzuspringen. Wenn ich das auch noch langsam auf mich zu kommen sehe, es aber nicht wahrhaben will, was das Schicksal mit mir macht – dann  kann ich auch nicht glauben, dass sie bricht.</p>
<p>Was das Schicksal mit mir macht – wird es denn nicht zum großen Teil von mir  selbst bestimmt, was ich ´daraus´ mache? Sehr wohl, wie es scheint, habe ich doch zu jedem Zeitpunkt die Wahl, mich zu entscheiden, und später die Qual, sie zu bereuen.</p>
<p>III.</p>
<p><em>Deine Hände sind schon taub,</em><br />
<em></em><em>hast Salz in deinen Augen,</em><br />
<em>zwischen Tränen und Staub, </em><br />
<em>fällt es schwer oft dran zu glauben, </em><br />
<em>hast dein Leben lang gewartet, </em><br />
<em>hast die Wellen nie gezählt, </em><br />
<em>das ist alles nicht gewollt, </em><br />
<em>hast viel zu schnell gelebt. </em></p>
<p>Die letzte Zeile ist der Schlüssel zu den sieben vorigen. Viele Sachen begonnen, vieles abgebrochen, weniges beendet, kurz, nichts Ganzes und nichts Halbes, mehr Zeit verschwendet als genutzt. Wie jemand, der 60 Jahre lang Lotto spielt und sich denkt: Wenn ich erst mal gewinne, fange ich an zu leben. In einem anderen pop-modernen Lied heißt es „Du willst noch leben irgendwann – wenn nicht heute, wann denn dann?“ Man sieht hier das Spannungsverhältnis modernen Lifestyles: Das diffuse Gefühl, im vorherrschenden Weltordnungssystem ums Leben betrogen zu sein artikuliert sich in Form verpasster Chancen. Als hätte ich je die Möglichkeit gehabt, den ganz großen Wurf zu landen. Ganz pragmatisch wird dies weggewischt mit dem Hinweis, dann doch wenigstens das Beste daraus gemacht zu haben. Treibt mich die Realität erst zu der Erkenntnis, dass dies eine Illusion ist, mit dem Hinweis auf die zusammenfallenden Wellenberge, so habe ich entweder die Wahl, so weiter zu machen, wie bisher, oder ich ergebe mich der Tatsache, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt.</p>
<p>Ich habe viel zu schnell gelebt – das Gefühl beschleicht mich jeden Tag aufs Neue: so schnell und fiebrig, wie sich das Leben um mich zu drehen scheint, mag es mich manchmal unfähig machen, es noch wahrzunehmen, mit welch hoher Geschwindigkeit ich mich durch die Zeit bewege. Auch hier ist ein tendenzieller Widerspruch: Jemand, der sein ganzes Leben gewartet hat, kann der überhaupt zu schnell leben? Sicher, es kommt darauf an, wie er die Wartezeit verbracht hat.</p>
<p>IV.</p>
<p>Gegen den Strom hört sich gut an – verkauft  sich gut und verhilft mittelmäßigen Musikmachern manchmal zu ihrem nicht verdienten Durchbruch. Aber gut ist es trotzdem. Zweckoptimismus. – Ein Wellenbrecher ganz besonderer Art ist der Gedanke, dass man sich ein Selbstbild, dominiert von der Vorstellung, man schwimme gegen den Strom, und diese Vorstellung so massiv, dass es jede Faser des Bewusstseins zu durchdringen scheint, und es womöglich nicht so recht verstehen kann, das dies außerhalb seines Ichs nicht so ganz nachvollzogen wird, noch auf einer Meta-Ebene dieses „Gegen den Strom“ als ein gegen den Strom schwimmen attestieren kann. Denn diese Welle bricht schon bei der Feststellung, dass Che Guevara genau so zu einer Marke mutierte, wie Coca Cola eine ist, und wie sie die Erben der <em>United Fruit Company</em> tagtäglich produzieren, die es zu konsumieren gilt. Was nützt alles heisere Grölen nach Freiheit mitten in einem solchen – wahnhaft konstruierten oder wahnhaft demaskierten – Sturm? Mein Lebensgefühl, geprägt von solch heiserer Freiheit, gebrüllt in eine Welt, die ansonsten recht still daherkommt und deren Tücke nicht aus einem Sturm, sondern mangelnder Resonanzfähigkeit zu bestehen scheint, vermittelt nicht die Empfindung utopischen Gehalts, vielmehr deren Schattenseite: Die Ohnmacht und schließlich die Resignation beim Anblick der Gleichgültigkeit bei dem Verstreichen der übrig gebliebenen Restlaufzeit dieses Planeten. Geläutert vor Erfahrung streife ich spätestens jetzt den Che Guevara Pulli vom Körper (und empfinde ihn unmittelbar danach, ich kann ihn noch auf der Haut und im Kopf spüren, als ein Korsett) und kann dann erst recht brüllen, ich wäre frei. Willkommen in der Spaßgesellschaft. Was für ein Fortschritt.</p>
<p>V.</p>
<p>Spielt man als Kind heute eigentlich noch Spiele, wie sie in Zeiten vor Handy und Internet üblich waren? Zum Beispiel dieses: Man stellt sich im Kreis auf, gibt sich die Hände, einer stellt sich in die Mitte und macht die Augen zu. Der Kreis wird eng gezogen, der in der Mitte lässt sich nach einer beliebigen Seite fallen. Diejenige lässt sich dann einfach tragen – und denkt im besten Fall auch gar nicht darüber nach. War das noch ein Lebensgefühl, als Beziehungen noch mit real existierenden Menschen zu tun hatten, anstatt mit sms-entfernten Internetbekanntschaften, die man heranzieht, um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Digital geknüpfte Bindungen im Internet sind wertlos, austauschbar, ersetzbar und anonym. Jedoch setze ich im Internet nur fort, was in diesem Wirtschaftssystem im ´richtigen Leben´ vorexerziert wird. Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden reduziert auf ihren Gebrauchswert, ich messe sie in Waren, wovon die wertvollste meine Zeit ist. Man ist nicht mehr bereit, sie sich gegenseitig zu opfern. Ich werde zu dem Banker, zu der Ich-AG, die sich selbst managt. Ich werde zu der Sorte Mensch, vor denen mich meine Lieder vor zehn Jahren noch warnten. Ich sehe, wie zwischenmenschliche Beziehungen im Privaten konsumiert werden, ich sehe die Eintagsfliege im Bett und die narzisstische Ausbeutung des Familienlebens. Dass wir uns irgendwie erhoffen, ausgerechnet zwischen den SMS-Zeilen oder auf den Internetportalen eine Ersatzbefriedigung für die soziale Kälte zu finden, ist eine harmlosere Illusion, als die Projektionsfläche der großen starken Nation.</p>
<p>Was trägt einen Menschen denn dann eigentlich? Um es kurz zu machen: Sind es letztlich nicht seine – drei Arten – Wellen, die das Leben umsäuseln? Aber sind es nicht die Menschen, die diese Wellen mit Leben füllen, die sie erst zum Leben erwecken und in guten wie in schlechten Momenten das Gefühl geben, am Leben zu sein? Ist eine Datenleitung dafür dick genug? Ich lese bei Kundera: <em>„ Solange die Menschen noch jung sind und die Partitur ihres Lebens erst bei den ersten Takten angelangt ist, können sie gemeinsam komponieren und Motive austauschen. Begegnen sie sich aber, wenn sie schon älter sind, ist die Komposition mehr oder weniger vollendet, und jedes Wort, jeder Gegenstand bedeuten in der Komposition des einzelnen etwas anderes.“</em> Was bleibt, wenn wir im Leben des anderen in die Tasten hauen?</p>
<p>Die Beschwörung eines ‚perfekten‘ Tages lässt Sehnsüchte wach werden, die ganz stark nach Abhängigkeit riechen. Ich bin auf der Suche nach dem perfekten Tag, wie es auch ein Song in dem Film ‚Trainspotting‘ besingt, dem perfekten Lebensgefühl, alles muß immer einfach nur ‚perfekt‘ sein. Als müsse das Leben eine Fieberkurve sein, steil nach oben gerichtet, eben gerade ohne Wellentäler, ohne die Aufs und Abs, die, wie Insider behaupten, erst das Salz in der Suppe des Lebens ausmachen. Der Tag ist nur noch dafür da, um ‚perfekt‘ zu sein. Kühl und rational könnte man noch argumentieren, dass man dann überhaupt keinen Vergleichswert mehr hätte um überhaupt festzustellen, was denn nun eigentlich ‚perfekt‘ sei. Emotional übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass die Erfüllung der Sehnsucht nach einem ‚perfekten Tag‘ so fade wäre wie ungewürzter Tofu, der zwischen den Grillstäben ins offene Feuer tropft – noch so eine gebrochene Welle.</p>
<p>VI.</p>
<p>So richtig unbequem wird der Liedtext erst dann, wenn ich das anfangs benannte Gefühl nicht in der Gegenwart verorte, sondern in der Vergangenheit. Dann gesellt sich dazu nämlich ganz schnell ein anderes, brandaktuelles: Das ich etwas verpasst habe. Es rauscht in den Ohren nach wie ein Abgesang auf bessere Tage, ein letzter schmetternder Akkord nach der Toccata, es wirkt wie ein Wachmacher, der mir die Augen aufreißt, obwohl ich doch eigentlich recht zufrieden mit dem Wegschauen war. Diese Verortung in der Vergangenheit birgt ein ganz eigenes Problem:  Sie reißt mich aus der Gegenwart heraus und lähmt meinen Blick in die Zukunft.</p>
<p>Letztlich läuft es doch auf folgendes hinaus: Das Leben zwingt den Menschen zum Fatalismus. Man ist gefangen in seinem Netz aus Erinnerungen, gefesselt an sein Leben und an seine Zeit, man spürt mit jeder Faser des Körpers den gelebten Widerspruch zwischen den erwarteten Gelegenheiten und den bereits gebrochenen Wellen, wie in einem Traum spürt man die bleiernen Fesseln, die sich bisher unsichtbar anschmiegten. Es ist die Vorstellung der Passivität des Lebens, die hier hindurchscheint, der ‚Sinn des Lebens‘ soll dem Menschen zugeflogen kommen, man wird zum Schicksalsempfänger. <em>„Alles was ich will ist Zeit“</em> – ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.</p>
<p>Und so destilliert sich dieser Wunsch in mir endlich zu der Erkenntnis, dass die Zeit mein Gefängnis ist; eine Kurve, die ich schicksalsergeben durchlaufe, und mit jenem Grauen, das mich packt, erkenne ich in ihr meinen schlimmsten Feind. Ich wünsche mir: Morgen. Morgen erst, während doch mein ganzes Selbst sich dem widersetzen sollte.</p>
<p>Es bleibt der Schmerz über den Verlust der Illusion.</p>
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		<title>To play or not to play</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 04:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UnderTakeThisLaw</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über was man sich nicht alles Gedanken macht, wenn eine Erkältung einen kürzer treten lässt: Eigentlich habe ich mich seit &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2011/12/01/to-play-or-not-to-play/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1556&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">Über was man sich nicht alles Gedanken macht, wenn eine Erkältung einen kürzer treten lässt: Eigentlich habe ich mich seit beinahe einem Vierteljahrhundert als Spielernatur gefühlt. <em>Giana Sisters </em>ist mir genauso ein Begriff wie <em>Wings of Fury</em> oder <em>Porsche Challenge</em>.</p>
<p><img class="size-full wp-image-1586 aligncenter" src="http://undertakethislaw.files.wordpress.com/2011/12/monkey_island.jpg?w=791" alt=""   /></p>
<p style="text-align:left;">Doch damit scheint nun Schluss zu sein. Ich spiele nicht um jeden Preis, sondern um der Zerstreuung und des Spaßes willen. Wird der Spaß mir vergällt, brauche ich auch nicht mehr zu spielen. Die Spielehersteller selbst tun zurzeit alles, um mir den Spielspaß zu vermiesen, immer weniger Titel erscheinen, die überhaupt noch in Frage kommen. Aber eigentlich brauche ich mich nicht zu wundern. Die Entwicklung zeichnete sich schon seit längerem ab. Es ist mal Zeit, das Ganze in Ruhe zu betrachten.</p>
<p><span id="more-1556"></span></p>
<p><strong>Erfolg durch Raubkopien</strong></p>
<p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Videospiele">Geschichte des Videospiels</a> kann man grob in drei Phasen einteilen: Über den experimentellen Status der 50er und 60er Jahre (1. Phase) kam man schließlich erst in den 80ern hinaus, als, neben der Popularisierung von Spielautomaten in Spielhallen und zunehmend in Kneipen, Computer sich in immer mehr Wohnzimmern fanden (2. Phase). Hier konnten am Anfang ehrgeizige Nerds Spiele für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/C128">C-128</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_Plus4">Commodore Plus4</a> in Basic programmieren, hier konnte man sich über solche &#8211; für heutige Verhältnisse äußerst erstaunliche &#8211; virenresistente Rechner wie den Amiga 500 freuen, und über den ersten Boom der Computerspiele. Es herrschte Goldgräberstimmung, und es tat der Stimmung keinen Abbruch, dass vermutlich mehr raubkopiert als gekauft wurde.  Das massenhafte Kopieren der Titel führte zu einer viel schnelleren Popularisierung, oder wie es so schön Neudeutsch heißt, zu einer Marktdurchdringung, wie es ohne die Raubkopien gar nicht erst möglich gewesen wäre: Die Spieleentwickler, die Publisher und auch die Spielezeitschriften (die ebenfalls erst erfunden wurden und in einer Art Aufbruchstimmung sich befanden) lebten, überspitzt ausgedrückt, von der raschen Verbreitung der Spiele durch Raubkopien. Sie wurden ungleich schneller bekannt, hatten einen größeren Werbeeffekt, und so mancher Raubkopierer konnte beim nächsten Release nicht mehr warten, bis die Kopie endlich bei ihm angekommen ist, sondern lief in den Laden (von wegen Onlineshop) und kaufte sich den ersehnten Titel. Eine Spieleschmiede, die ihren Anfang in dieser Zeit nahm und sich erfolgreich bis heute behauptete, ist zum Beispiel Blue Byte. Der Publisher Electronic Arts ist in dieser ersten Stunde in den 80ern und 90ern ebenfalls groß geworden wie auch LucasArts oder Activision. Betrachtet man diese zweite Phase für sich, fällt neben dem Boom in den 80ern und Anfang der 90ern die Hochphase Mitte der 90er und die Konsolidierung in den 2000ern auf. Dass sich der PC am Markt durchsetzt, war lange Zeit nicht klar; er konkurrierte lange Zeit mit Commodores Amiga. Letztlich durchgesetzt hat sich der IBM-PC mitunter auch, weil er durch den Austausch von Einzelteilen sehr viel umfangreicher und einfacher aufzurüsten war als Konkurrenzprodukte. Wieder in anderen Worten: Er hatte ein sehr viel höheres Innovationspotential. Für die Spielehersteller bedeutete das: man hatte eine einzige Plattform, die sich ständig verbesserte. So waren ständig technische Neuerungen möglich, ohne ständig die Plattform wechseln zu müssen; man konnte auf das alte Haus einfach ein weiteres Stockwerk aufsetzen, ohne gleich ein neues Haus bauen zu müssen, um eine größere Höhe zu erreichen. Dies erst ermöglichte die äußerst lukrative Veröffentlichung von Spielereihen: Man erfindet ein Spielprinzip nur einmal und veröffentlicht in den folgenden Jahren lediglich an die technischen Möglichkeiten angepasste Nachfolger. Davon lebt die Branche teilweise bis heute, denn so richtig lukrativ wird es erst, wenn man die gleiche Spielidee mehrmals verkaufen kann (regelmäßig beschweren sich User, dass die Nachfolgespiele nur wenig Änderungen oder Verbesserungen zum Vorgänger erfahren haben, aktuell am <a href="http://www.amazon.de/review/R1UG7JRW3RAXJ4/ref=cm_cr_pr_viewpnt#R1UG7JRW3RAXJ4">Beispiel Anno 2070</a>; dies verkennt allerdings die eigentliche, die wirtschaftliche Funktion von Spielereihen). Parallel zum IBM-PC entwickelten sich auch die Spielekonsolen, die evolutionär einen eigenen Weg gingen, aber im Großen und Ganzen sich hier einfügen lassen.</p>
<p>In die dritte Phase traten die Spielehersteller noch nicht vor allzu langer Zeit ein. Wir befinden uns auch erst am Beginn dieser Phase und sie stellt sich komplexer dar als man auf den ersten Blick meint. Mit Beginn des Internets wurden völlig neue Formen des Spielens möglich, und erst so langsam kristallisieren sich die einzelnen Fäden aus, die die Möglichkeiten der Erweiterung des Spiels und des Spielens in den Cyberspace bieten. Ich möchte nur zwei Schlaglichter auf die bekanntesten Entwicklungen werfen, um deutlich zu machen, wie sich Spielen mittlerweile verändert hat.</p>
<p><strong>Browsergames &amp; Co.</strong></p>
<p>Ogame muss man nicht unbedingt mehr kennen, dafür hört man mindestens von Farmville, das sich in so manchen Newsstream auf Facebook mogelt, weil irgendein Bekannter Federvieh oder ähnliches Nutzvieh benötigt. Bei den Browsergames ist das Geschäftsmodell folgendes: Das Spiel wird kostenlos angeboten, allerdings werden spielintern (meist über eine eigene Währung oder eigenes Bezahlsystem) verbesserte Gegenstände oder Vereinfachungen gegen relativ wenig Geld angeboten. Die Schwelle ist somit geringer etwas zu kaufen, die Auswahl meist exorbitant und sehr vielfältig. Hier machts ganz einfach die Masse. Die Browsergames sind längst ins Blickfeld der <em>mainstream</em> Presse geraten, zum Beispiel bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,680100,00.html">SpOn</a>.</p>
<p><strong>MMORPG</strong></p>
<p>Viel brauche ich dazu nicht zu schreiben. Das Spielprinzip ist ja klar: Man trifft sich in einer Fantasywelt, die so gestaltet ist, dass sie von Millionen SpielerInnen erspielt werden kann. Das Geschäftsmodell hier liegt zum Teil in Spezialgegenständen oder Spielvorteilen, die man hinzukaufen kann, allerdings fällt das Gros der Einnahmen auf die monatliche Nutzungsgebühr zurück. Das oben bereits dargestellte Prinzip, für eine Spielidee mehrmals zu kassieren, wird hier zur Perfektion getrieben, da man nun monatlich für das ein und selbe Spiel bezahlt und so ungleich höhere Summen zustande kommen, als bei singulären Einkäufen. MMORPGs, die kommerziell beworben wurden, allerdings auf eine monatliche Gebühr verzichteten, sind recht schnell wieder verschwunden, wie zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hellgate_London">Hellgate London</a>.</p>
<p><strong>Reichweitenverlust dank DRM </strong></p>
<p>Die klassischen Spiele, die auf dem heimischen Rechner installiert und dort gespielt werden, ob mit anderen übers Internet oder alleine, erfuhren jedoch auch eine Veränderung durch das Netz, wie es für die Publisher bisher nicht möglich gewesen ist. Mittlerweile ist man soweit, dass beinahe alle Titel in irgendeiner Form mit einer technischen Gängelung der Nutzer daher kommen. Sei es nun Steam, Uplay-Netzwerk oder Origin, die Nutzer wurden mehr oder weniger langsam und einfühlsam daran gewöhnt, dass sie das Spiel, das sie kaufen, nicht mehr vollständig besitzen. Sie erlangen mehr oder weniger nur noch Nutzungsrechte, aber keine volle Eigentumsrechte mehr. Das Spiel kann zum Beispiel nicht mehr weiterverkauft werden. Dies ist ein Trend, der bei anderen Unterhaltungssystemen ebenfalls erkennbar ist: Mittels Streamingdienste wird beworben, dass man umfänglichen Zugang zu allen Liedern habe, allerdings nur mit einer Onlineverbindung, eigenem Useraccont und der dazugehörigen Berechtigung. Man zahlt eine regelmäßige Gebühr, um Musik nutzen zu dürfen. Netflix in den USA oder lovefilm in Deutschland streamen mittlerweile auch Filme gegen Gebühr. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es ist ein effektives <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Online-Zwang-fuer-Offline-Spieler-Update-935628.html">Digital Rights Management</a> mit einhergehender Beschränkung der Zugriffsmöglichkeit des Nutzers auf das gekaufte Produkt. Es werden elegant mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Serverausfälle, die einfach mal vorkommen, vor allem auch wegen des Ansturms bei einem neuen Release, sind für den Hersteller das kleinere Übel.</p>
<p>Für mich war es dann dann wohl. Ich werde mich weder an Steam beteiligen, das mitunter Spiele auch einmal dahingehend zwangspatcht, sodass Werbung eingeblendet wird, die nicht abgeschaltet oder abgelehnt werden kann (so geschehen bei Counter-Strike), noch irgendwelche durchgeknallten Publisher meine <a href="http://www.newsgrape.com/a/ea-installiert-ueberwachungssoftware-mit-battlefield-3/">Festplatte durchsuchen lassen</a>. EA bietet zu dem Origin-Eklat <a href="http://www.gamestar.de/spiele/battlefield-3/news/origin,45612,2561764.html">runde Tische</a> an, um diese Vorgehensweise doch noch konsensfähig zu machen, wird aber mittlerweile von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verbraucherzentrale-mahnt-Electronic-Arts-ab-1387449.html">Datenschützern juristisch belangt</a>. Ubisoft wiederum fing 2010 mit dem Onlinezwang an, es wurde bei der Siedler-Reihe damit begonnen, Spielstände nurnoch Online anzulegen, sodass man zwangsläufig online sein musste, um überhaupt spielen zu können. Meine (unbegründete) Hoffnung, mit Anno 2070 könnte sich das noch ändern, haben sich nicht erfüllt. So bleibt auch dieser Titel außen vor.</p>
<p>Die Frage steht im Raum, ob sich die Spielehersteller nicht ins eigene Fleisch schneiden. Sie sind einst auch dank Raubkopien groß geworden. Die Gefahr eines Bedeutungs- und Reichweitenverlust bei den <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Spore-aerger-ueber-Kopierschutz-Update-204887.html">massiven Nutzerprotesten</a> besteht nahezu immer. Das fatale an diesem DRM-Wahn ist ja, dass bisher meist noch ein Weg drumherum gefunden wurde, sodass diejenigen, die das ganze als einen sportlichen Anreiz sehen, nach wie vor illegalen Zugriff auf das Spiel haben, die große Masse der legalen Anwender jedoch mit dem Mist leben müssen. Oft ist es auch so, dass es sich illegal sehr viel bequemer spielen lässt, als legal, da der ganze Unsinn weggecrackt wird. Es gibt nicht wenige, die erst entnervt von den neuesten Erfindungen der Spieleentwickler in die entspannte Welt der Cracks getrieben werden.</p>
<p><strong>Solche und solche User</strong></p>
<p>Viele Gamer, mit denen ich rede, sprechen von Abwägungsprozessen und reiflichen Überlegungen, wonach sie sich schließlich doch dafür entschlossen haben, &#8216;das kleinere Übel&#8217; in Kauf zu nehmen und sich die Spyware auf ihrem heimischen Rechner installieren. In vielen Fällen vermute ich gewisse Suchttendenzen und empfehle eher eine psychotherapeutische Behandlung (und das meine ich ernst), andere wiederum sehen das Spiel als einen wesentlichen Anteil ihrer individuellen Lebensführung und werden aus dieser Haltung heraus bereits die tendenzielle Verschlechterung ihrer Bedingungen in Kauf nehmen. Viele würden sich gerne zu dieser zweiten Gruppe rechnen, gehören aber viel eher in die erste. Ein großer Teil der SpielerInnen mit Suchttendenzen zeigt auch so etwas wie ein aggressives Desinteresse. Sie identifizieren sich mit dem Spiel, das ihnen Spaß bereitet, und empfinden es als eine persönliche Kritik, wenn man ihrem Enthusiasmus nicht ebenfalls blind folgt. Schließlich gibt es noch diejenigen, die sich schlicht nur für das Spiel an sich interessieren und für sonst nichts. Dieser vielleicht größte Teil der SpielerInnen verlässt sich darauf, dass Sicherungssysteme wie die der Datenschützer funktionieren. Bis die allerdings greifen, kann die Spyware schon auf dem Rechner sein.</p>
<p><strong>Versagen der Qualitätskontrolle</strong></p>
<p>Auch Fachzeitschriften schaffen es immer weniger, einen Blick fürs Ganze zu bekommen. Wenn selbst SpOn über die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,800287,00.html">Unzulänglichkeit dieser Branche</a> berichtet, mag man nur vermuten, was noch alles schief läuft. Fachzeitschriften leben tendenziell davon, den Nutzern zu erzählen, was es besonders Tolles und Begehrenswertes auf dem Markt gibt und nicht davon, ihnen zu berichten, dass die Welt immer schlechter wird. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch die unselige Angewohnheit (die es allerdings bereits seit den 80er Jahren gibt und selbstverständlich nicht auf Spielzeitschriften beschränkt ist), die bunte Welt der Spiele in Prozentangaben oder ähnlichen Punktesystemen zu bewerten. Diese Zahlen suggerieren eine Objektivität, die es so nicht gibt. Sie treten damit aber meist vor einen differenzierenden Text. Auch wird solcher Zwang zum Quantifizieren der Wirklichkeit nicht gerecht, wenn solche Dinge wie das hier angesprochene DRM nicht in die Bewertung mit eingeht. Der Quantität geht die Qualität verloren und findet im luftleeren Raum statt zwischen dem Anschauen von bunten Bildern und lautem Getöse aus den Boxen. Dabei außen vor ist dann noch die Frage, ob Rezensenten überhaupt noch unabhängig sein können oder wie viele <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/12/09/ausnahmsweise-mal-ein-zeriss-dragon-age-origins/">bestellte Werbeartikel</a> eigentlich zusammenkommen, die die professionelle Qualitätskontrolle mehr und mehr unbrauchbar machen.</p>
<p>Soweit die  zwei, drei Gedanken eines ehemaligen Gamers. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die muss man nicht zwangsläufig mitmachen. Gute, alte Spiele machen mir natürlich <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2010/03/31/das-digitale-rollenspiel-heute-und-damals/">nach wie vor Spaß</a>, und es gibt ja zum Glück noch andere Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann. Zurück bleibe ich mit einem unbestimmten Gefühl der Irritation. Gehörte ich einst zur Zielgruppe Nummer 1 der Branche, setzen die Branchenriesen nun alles daran, mich wegzuekeln. Soweit wie die Musikindustrie, die ihre eigenen Kunden systematisch beschimpft, ist man zum Glück noch nicht. Viel fehlt aber auch nicht mehr. Man fühlt sich schon irgendwie veräppelt, wenn man etwas kaufen soll, dass einem nicht vollständig gehört und man nicht frei nutzen kann.</p>
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		<title>Viel Lärm</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 12:09:42 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Punk]]></category>

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		<description><![CDATA[Anmerkungen zu dem Dokumentarfilm Noise and Resistance. Der Film läuft schon seit geraumer Zeit in den Szenekinos der Republik, ich &#8230;<p><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2011/09/16/viel-larm/">Weiterlesen &#187;</a></p><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=undertakethislaw.wordpress.com&#038;blog=7067630&#038;post=1544&#038;subd=undertakethislaw&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Anmerkungen zu dem Dokumentarfilm <a href="http://www.noise-resistance.de">Noise and Resistance</a>.</em></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1545" src="http://undertakethislaw.files.wordpress.com/2011/09/noise_resistance_logo.jpg?w=791" alt=""   /></p>
<p>Der Film läuft schon seit geraumer Zeit in den Szenekinos der Republik, ich bin jedoch erst jetzt dazu gekommen, ihn mir anzusehen. Er wurde schon ausführlich besprochen, könnte man meinen. (1) Doch fehlen mir bei all den Besprechungen einige Aspekte, die auch in der kritischen Rezension von Andreas Hartmann in der<a href="http://jungle-world.com/artikel/2011/24/43415.html"> Jungle World</a> nicht anklingen.</p>
<p><span id="more-1544"></span></p>
<p>Die Dokumentation greift exemplarisch verschiedene Akteure der DIY-Punk Szene aus verschiedenen europäischen Ländern heraus, stellt deren Projekte, Sorgen und Nöte vor und lässt so eine Bewegung zu Wort kommen, die sonst bestenfalls als Randnotiz in den Medien auftauchen – meistens immer dann, wenn alternative Wohnprojekte geräumt oder Besetzungen aufgelöst werden. Zu den Hintergründen erfährt meist nur der etwas, der sich von selbst damit näher beschäftigt. So ist es den beiden Regisseurinnen ein Anliegen, die verschiedenen Formen und Ausprägungen der DIY Bewegung zu Wort kommen zu lassen. Dies ist der Rahmen, den der Film ausfüllt. Entgegen der Tendenz anderer Filme über Punk oder aus der Punkszene heraus, betont unpolitisch aufzutreten, wie zum Beispiel der Szenefilm <a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/05/28/chaostage-nostalgie/">Krieg der Welten</a> oder <em>Chaostage. We are punks</em> (Quintessenz des Prollfilms: „Gähnende Langeweile: Das ist die Hölle, in der Punkrock geschmiedet wurde.“). <a href="http://www.jerichosecho.com/">Jericho’s Echo</a>, der die Punkszene in Israel beleuchtet, ist mit Abstand der Film, der am meisten politische Brisanz bearbeitet; ja, in gewisser Hinsicht ist der Streifen über Punkrock im Heiligen Land politischer als <em>Noise &amp; Resistance</em>.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2011/09/16/viel-larm/"><img src="http://img.youtube.com/vi/m0yY1JWKBJ4/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Ich ging mit der Erwartung in den Film, dass ich vielleicht mein Rüstzeug für eine Besprechung in Günther Jacobs vorzüglicher Artikelserie <a href="http://www.riolyrics.de/artikel/id:620">Was ist ein Protestsong?</a> nachschlagen müsste. Soweit kommt es allerdings nicht. Musik wird nicht als l’Art pour l’Art mißverstanden, die man wie einen Container mit Inhalten füllen müsse. Nicht zu Unrecht trägt das Musikalische im Titel den Namen „Noise“: Lärm ist es, den die Aktivisten versuchen zu veranstalten, damit man ihrem Anliegen Gehör schenkt. Die entpolitisierte Proll-Punk Mentalität „drei Akkorde zum Berauschen / bitterbösen Texten lauschen“ schwingt da nur noch peripher mit, wenn auch beides mit guter Musik nur noch sekundär etwas zu tun hat. Nein, diese Diskussion trifft es nicht zur Gänze, nicht zuletzt, weil Musikmachen selbst zum politischen Mittel wird, wenn es um illegale Konzerte auf den Straßen Moskaus geht, um gegen Rassismus und Staatswillkür zu protestieren,  oder zuerst ein Häuserkomplex besetzt werden muss, um ein Festival veranstalten zu können. Die Frage nach  Protestsongs stellt sich hier nicht.</p>
<p>Auch die alte Frage, die mir zuerst durch den Kopf ging in den ersten 15 Minuten des Films, ob nämlich politische Musik mit den entsprechenden Texten dazu führt, dass Menschen sich überhaupt erst politisieren, oder ob, so das Gegenargument, durch das Abschöpfen von Protestpotential im vorpolitischen Raum das eigentlich Politische verhindert wird, ist aus verschiedenen Gründen nicht zutreffend. Dazu komme ich gleich.</p>
<p>Um Musik an sich geht es in der gesamten Dokumentation nur in der Nebensache. Sehr deutlich tritt die persönliche Einstellung und Haltung der Menschen hervor, die Musik in erster Linie dazu nutzen, ihre Emotionen zu artikulieren (so die Punkerin aus Schweden), auf ihre prekäre Stellung in der kapitalistischen Gesellschaft aufmerksam zu machen (so die spanischen Anarchisten) oder um nicht weniger als eine alternative Jugendsubkultur vom Zaun zu brechen, die gegen einen rechtsextremen Mainstream angröhlt (so die Situation in Russland).</p>
<p>Als unbedarfter Zuschauer dürfte man ein wenig irritiert sein, dass die Ursprünge des Punk auf eine Gruppe namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crass">Crass </a>zurückgeführt werden. Das stimmt in der Form natürlich nicht; diese Irritation lässt sich schon mit einem Blick auf den Untertitel ausräumen, da es hier um die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/DIY_culture">Do it yourself – Bewegung</a> geht. Somit sind auch alle anderen Formen von Punk außen vor und es geht nur um die politischste Form dieser Subkultur. Die Frage, ob sie auch die radikalste ist, muss man bejahen: Es ist die radikal Individualistischste Form des Punk. Disqualifizieren sich Troubadoure wie Campino durch die Kommerzialisierung und mit ihrer<a href="http://undertakethislaw.wordpress.com/2009/03/28/religiose-punks/"> Tätigkeit als Botschafter der  Kulturindustrie</a> von selbst, so stößt man hier auf die konsequenteste Art der politischen Aktion: Derjenigen, die persönliche Konsequenzen für das eigene Leben zieht. Und das steht sehr wohl quer und radikal gegen jegliche gesellschaftliche Konvention: Sei es das Ökodorf in der norwegischen Pampa, sei es die Hausbesetzerszene in Spanien, die das nicht als Freizeitbeschäftigung betreiben, sondern sommers wie winters so leben, oder die russischen Antifaschisten, die sich mit Messern bewaffnen, seit ein Genosse von Rechtsextremisten nieder gestochen wurde. Diese DIY-Bewegung hat daher wenig mit den Sex Pistols oder Ramones zu tun, die eine ganz andere Stoßrichtung hatten und eine gänzlich andere Tradition begründeten. Für letztere ist Musik eine Art Ventil, um Emotionen zu artikulieren und um mit der Musik auf gesellschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Zustände zu reagieren und Stellung zu beziehen. Für die DIY-Bewegung wird das Musikmachen, wie schon gesehen, zu einer politischen Aktion selbst. Das ist eine andere Qualität.</p>
<p>Kritik an dem Film weist auch gleichzeitig auf die Bewegung selbst, da beides miteinander eng verwoben ist. Es gibt keinerlei direkte Nachfragen, keine kritischen Bemerkungen, keine journalistische Distanz. Es ist der Versuch einer künstlerischen Verarbeitung des Stoffs; der Film zieht konzentrische Kreise um die Themen, lässt die Protagonisten in einer beeindruckenden Symmetrie zu Wort kommen, in deren Mitte die Situation der Antifaschisten in Moskau steht. Nein, der Film ist kein Blick von außen, was Julia Ostertag in dem <a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&amp;broadcast=348687&amp;datum=20110614&amp;playtime=1308057094&amp;fileid=584d99ab&amp;sendung=348687&amp;beitrag=1481235&amp;/">d-radio Interview</a> auch nicht abstreitet, sondern eine Innendarstellung aus der Szene selbst heraus.</p>
<p>Was mich bereits während des Zuschauens irritierte war der Umstand, dass der Film unbehaglich inaktuell ist. Die letzten Interviews wurden vermutlich 2009 gedreht, beim <a href="http://www.schwarzerkanal.squat.net">Schwarzen Kanal</a>, der selbstverwalteten Wagenplatz-Wohngemeinschaft, drehte man vor deren Umzug nach Treptow im März 2010. Auffällig ist dies, da keinerlei Bezug auf aktuelle Entwicklungen genommen wird. Den Umsturz in Ägypten kennt der Film nicht, ebenso wenig die Aufstände in Syrien oder Libyen. Sicherlich, es ist eine andere Taktart, die dort läuft, nicht gerade das, was die basisdemokratischen Vollzeitaktivisten für sich entschieden haben. Aber bei dem Gedanken fällt auf, dass eben keinerlei Bezug auf aktuelle oder gesellschaftliche Themen genommen wird, die im indirekten Wahrnehmungsfeld der Protagonisten liegt. Ein Bezug zu politischen Themen, wie es etwa <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5-cRyWVi9tk">Ignite in Brüssel 2003</a> getan haben, ist in dem ganzen Film nicht zu finden. Damit fällt auf, dass die Szene auf sich selbst fokussiert ist, und anscheinend weder Impulse noch Reaktionen von außen zulässt oder nach außen weitergeben möchte. Es entsteht der Eindruck, dass der DIY-Underground abgekoppelt von gesellschaftlichen Diskussionen kein Interesse daran hat, auf eben jene Einfluss zu nehmen. In dem ganzen Film  wird „die Gesellschaft“ zu einer indifferenten Größe, die statisch gesehen und lediglich als negativer Referenzpunkt genannt wird. Eine konkrete politische Auseinandersetzung bleibt aus. Damit verrückt man das gesellschaftliche System in eine Sphäre der Unantastbarkeit, als wäre der Kapitalismus naturgegeben. Die neoliberale Ideologie wird mit umgekehrten Vorzeichen heruntergebetet, die Bewegung wird zur Bestätigung dessen, gegen was sie sich auflehnt. Die Konsequenz der Weigerung einer politischen Vermittlung oder gesellschaftlichen Auseinandersetzung ist letzten Endes die Akzeptanz gesellschaftlicher Realitäten. Das Konstrukt einer statischen Gesellschaft und die ostentative Ablehnung kleinbürgerlicher Lebenswege helfen letztlich das zu stabilisieren, was man kritisiert.  Das vermeintlich Politische schlägt um ins Unpolitische, die Verweigerung gesellschaftlicher Normen führt zur Bestätigung eben jener. Es wird klar: Es gibt kein so deutliches „außen“ wie suggeriert. Noise and Resistance zeigt nicht, wie es in der <a href="http://www.antifa.de/cms/content/view/1682/92/">Ankündigung der Berliner Antifa</a> heißt, eine „inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, wo aus Unabhängigkeit Gemeinschaft entsteht“, sondern lediglich die andere Seite der Medaille. Man fällt hinter Diskussionen der 90er Jahre zurück, als die <a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/Repression/Justiz+Kriminalisierung/AntifaM/kdk.html">Göttinger Autonome Antifa (M) 1995 feststellte</a>: „Der radikale Standpunkt will zwar systemüberwindend sein, bleibt jedoch dann folgenlos, wenn ihm die Vermittlung nicht gelingt.“</p>
<p>Es ist dennoch ein interessanter Film. Er weist allerdings nicht über gesellschaftliche Zustände hinaus, es ist kein Film über „Europas Utopia“ und transzendiert keine gesellschaftliche Alternative gegenüber der verwalteten Welt von heute. Es ist ein Film über den radikalen Individualismus, der letzten Endes droht unpolitisch zu werden. Die Entscheidungen und die daraus folgenden Konsequenzen für das Leben der Protagonisten sind anregend, sympathisch und verdienen Anerkennung und Respekt. Ein Freund merkte nach dem Film spontan an, dass man in Russland oder in Spanien viel mehr Grund hätte, Punk zu sein als in Deutschland. Die verwaltete Welt hierzulande ist eben subtiler, feinfühliger und perfekter. Davon erzählt der Film allerdings nichts.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><em>(1) Es gibt diverse Besprechungen:</em></p>
<p><em><a href="http://www.antifa.de/cms/content/view/1682/92/">Antifa.de</a></em><br />
<em> <a href="http://jungle-world.com/artikel/2011/24/43415.html">Jungle World</a></em><br />
<em> <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2011%2F06%2F11%2Fa0230&amp;cHash=22ca615726">taz</a></em><br />
<em> <a href="http://www.kino-zeit.de/filme/noise-and-resistance">kino-zeit.de</a></em><br />
<em> <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1481235/">d-radio</a></em></p>
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